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    <title>Cujau - 9/11</title>
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    <description>Eine kurze Geschichte des Lebens</description>
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    <pubDate>Wed, 10 Feb 2010 10:37:34 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Cujau - 9/11 - Eine kurze Geschichte des Lebens</title>
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    <title>Gestorben am 9. November</title>
    <link>http://cujau.de/index.php?/archives/462-Gestorben-am-9.-November.html</link>
            <category>9/11</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Cujau)</author>
    <content:encoded>
    &lt;blockquote&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht&quot; &gt;Walter Ulbricht&lt;/a&gt; auf einer internationalen Pressekonferenz im August 1961: &lt;a href=&quot;http://www.hanszoschke1981.com/mp3/WalterUlbrichtNiemandAbsicht.mp3&quot; &gt;&quot;Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.&quot;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;Mauer! Fall! Vor 20 Jahren halb so alt, halb so klug, halb so erfahren, halb so aufgeklärt wie heute war es ein Feiertag für mich, den geborenen Berlin-Friedrichshainer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 500px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&#039;serendipity_image_link&#039; href=&#039;http://cujau.de/uploads/891109-01.jpg&#039; onclick=&quot;F1 = window.open(&#039;/uploads/891109-01.jpg&#039;,&#039;Zoom&#039;,&#039;height=348,width=515,top=217.5,left=262,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes&#039;); return false;&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:600 --&gt;&lt;img width=&#039;500&#039; height=&#039;333&#039;  src=&quot;http://cujau.de/uploads/891109-01.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Szene der Pressekonferenz am 9. November 1989.&lt;br /&gt;
Quelle: Der Tagesspiegel, 8. November 2009/Repro: cujau.de&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erlebt habe ich den Mauerfall nicht m 9. November; ich war zu müde an diesem Tag. Erschöpft hatte ich zwar die Pressekonferenz von SED-Propaganda-Mann &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Schabowski&quot; &gt;Günter Schabowski&lt;/a&gt; im DDR-Fernsehen verfolgt. Aus Schabowskis Bemerkungen von wegen &quot;unverzüglich&quot;, &quot;ohne Angaben von Gründen&quot;, &quot;Genehmigungen würden umgehend erteilt&quot; den Mauerfall abzuleiten, wäre für mich konditionierten DDR-Betäubten zu verwegen gewesen. Zumal Schabowski davon sprach, dass man den Passus für eine &quot;ständige Ausreise&quot; aus dem noch zu verabschiedenden neuen Reisegesetz an diesem Abend &quot;herausgelöst&quot; habe. Im Grunde lautete ja Schabowkis Formel: Wer jetzt für immer ausreisen wolle, brauche dafür nicht mehr irgendwelche Botschaften in Prag oder Warschau zu belagern, sondern könne direkt von Ost nach West gehen. Von Ost- nach Westberlin, soweit reichte mein verklemmter Kopf nicht mehr. Denn: Für immer gehen wollte ich nicht. Ich hatte nichts; nur keinen Plan. Also ging ich nach der Pressekonferenz schlafen; abends kurz nach 7. Die Tagesschau habe ich schon nicht mehr gesehen, mal abgesehen vom Heute-Journal oder den Tagesthemen. Erst am nächsten Morgen wachte ich auf; am Morgen nach der Weltgeschichte mitten in Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;325&quot; height=&quot;244&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/p61IlN04v4Q&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/p61IlN04v4Q&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;325&quot; height=&quot;244&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Weltgeschichte danach neu geschrieben wurde, bekam ich erst durch die Radio-Nachrichten mit. Jahre später sah ich eine TV-Doku jenes Abends, und ein Mann sprach in ein Mikrofon am Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin: &quot;Wer jetzt schläft ist tot.&quot; Ich schlief. Ich war tot. Gestorben am 9. November 1989. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur: Wer hat die Mauer zu Fall gebracht? Die Menschen in der DDR? Günter Schabowski? Jornalisten, die auf der legendären wie langweilig dahintröpfelnden Pressekonferenz nachgefragt haben, wie der Italiener &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/lifestyle/leute/was-macht-eigentlich-riccardo-ehrman-660234.html&quot; &gt;Riccardo Ehrman&lt;/a&gt; oder der damalige Bild-Journalist &lt;a href=&quot;http://www.brinkmannpeter.de/pageID_3949926.html&quot; &gt;Peter Brinkmann&lt;/a&gt;, den &lt;a href=&quot;http://www.thilo-baum.de/podcast/der-mauerfaller/&quot; &gt;Thilo Baum zu jenem Pressekonferenz-Tag jetzt interviewt hat&lt;/a&gt;? Oder der mediale Druck auf die DDR-Schlagbäume? Haben die Medien die Mauer geöffnet? Nichts scheint ausgeschlossen. Eines sagte Brinkmann aber im Interview mit Thilo Baum, dass sie etwas geahnt hätten bei der Bild, beim Springerverlag. Denn es hatte in jenen Tagen geschäftige Geheimdiplomatie zwischen Ost- und Westberliner Stellen gegeben hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man überschlägt sich in diesen Tagen des 20-jährigen Mauerfalls mit einer Retrospektive auf die DDR. Retrospektive ist ein Rückblick. Und so blicken sie auf eine DDR zurück; auf eine damals aber untergehende. Vor 20 Jahren war es bereits eine Retrospektive - ein Rückblick - auf die DDR, auf das Scheitern des real existierenden deutschen Sozialismus. Die Menschen wollten damals nur noch raus aus diesem Rückblick. Sie wollten nach vorn schauen; nach vorn flüchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die DDR ist im November 1989 am Ende. Und das ist auch gut so. Hinter ihr lagen die größten Flüchtlingswellen seit den 50er Jahren über Ungarn und Tschechien in den 89er Sommermonaten. Und der Mauerfall war ein Symbol für dieses Rückenkehren zu einem ungeliebten Land.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mauerfall ist zuallervorderst die Abkehr von der DDR. Raus hier, weg hier von den Technokraten der SED-Apparte.  Der Mauerfall war kein Aufruf zum Durchhalten, kein wehmütiger Gedanke an die gute alte Idee eines Sozialismus, keine Rehabilitation für die Mauerschützen. Der Mauerfall war ein Prozess. Wann er anfing, ist so strittig wie vielschichtig; vielleicht 1980 auf der Danziger Werft oder 1978, als Karol Wojtila zu Papst Johannes Paul II. wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines war der Mauerfall hingegen ganz sicher: der Fall der DDR. Und keine Erfindung einer neuen DDR. Diese Idee starb vor 20 Jahren. Ein schöner Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich: Als braver Mensch ging am 10. November arbeiten; und meinen ersten Westberlinschritt tat ich an dem folgenden Sonnabend, den 11.11.  Helau!&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 09 Nov 2009 00:00:00 +0100</pubDate>
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    <title>Loose Change - Indizien über 9/11</title>
    <link>http://cujau.de/index.php?/archives/128-Loose-Change-Indizien-ueber-911.html</link>
            <category>Loose Change - Film</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Cujau)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Zunächst ein Trailer:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;embed style=&quot;width:400px; height:326px;&quot; id=&quot;VideoPlayback&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; src=&quot;http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=-8770288641888473155&amp;hl=de&quot; flashvars=&quot;&quot;&gt; &lt;/embed&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist eine Ansammlung von Indizien - dieser Film namens &lt;a href=&quot;http://www.loosechange911.com/blog/&quot; &gt;&quot;Loose Change&quot; &lt;/a&gt;der beiden US-Studenten James Burmas und Dylan Avery. Für nur 6000 Dollar produzierten sie ihren Dokumentarfilm, über unbeantwortete Fragen zu den Terrorangriffen vom 11. September 2001. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kontroverse Projekt zweifelt die offizielle Version der Ereignisse an und zeigt die Widersprüchlichkeiten der Geschehnisse auf, die von den Massenmedien bisher nicht untersucht wurden. Die Filmemacher haben an das Publikum appelliert, die Fakten und Zeitdokumente selbst zu prüfen und zu erkennen, dass die offizielle Darstellung der Vorgänge des 11.September 2001 eine ebensolche unbelegbare Theorie ist. Es ist legitim, Sachverhalte auf diese Art aufzusammeln und zu bündeln. Nichts anderes passiert bei Indizienprozessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Loose Change existiert nun in der dritten Fassung. Die beiden Versionen zuvor sind nicht etwa schlechter oder weniger detailreich, sondern wichtige Aufbauarbeiten für die finale Fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://video.google.com/videoplay?docid=-3719259008768610598&amp;q=loose+change+final+cut&amp;total=303&amp;start=0&amp;num=10&amp;so=0&amp;type=search&amp;plindex=3&quot; &gt;Hier&lt;/a&gt; gibt es die zweite, synchronisierte Version des Film zu sehen oder direkt hier; einfach die Play-Taste ansteuern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;embed style=&quot;width:500px; height:326px;&quot; id=&quot;VideoPlayback&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; src=&quot;http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=1659812406812735870&amp;hl=de&quot; flashvars=&quot;&quot;&gt; &lt;/embed&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neueste Fassung ist eine völlig überarbeitete im Vergleich zur 2. Ausgabe Loose Change 2, die nichts desto weniger aufregend ist und aufreizende Belege für Ungereimtheiten ausbreitet. Die aktuelle Fassung von &quot;Loose Change - Final Cut&quot; liegt also in einer finalen Fassung nach zwei vorherigen Fassungen vor; erstmals auch mit deutscher Synchronisation. Es ist ein völlig neuer Film, mit neuen Interviews und Dokumenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles scheint konstruiert. Doch frappierend ist, wie die Dramaturgie sich entwickelt, und das ohne Zutun der Filmemacher, denn die reihen hier lediglich Fakten aneinander, ihre Fakten und Bilder sprechen. Daraus entstand eine spannende Doku zum 11. September; nicht eine unter vielen, sondern eine, die den Zuschauer ergreift, erschüttert, entsetzt und zum Nachdenken über alles, was mit dem 11. September in Verbindung steht. Alles kreist um die eine Frage: Wie weit war die US-Administration selbst in die Anschläge involviert? Viele Indizien weisen daraufhin ohne eine Verschwörungstheorie zu sein. Hier sprechen Fakten für sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;embed style=&quot;width:500px; height:326px;&quot; id=&quot;VideoPlayback&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; src=&quot;http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=-3719259008768610598&amp;hl=de&quot; flashvars=&quot;&quot;&gt; &lt;/embed&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während man sich Teil 1 und 2 aus dem Netz vollständig herunterladen konnte, ist die Version des Final Cut in Deutschland so nicht mehr verfügbar, da lizenzrechtliche Gründe dagegen stehen. Nur noch in den USA kann man eine kostenfreie Version aus dem Internet herunterladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 110px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&#039;serendipity_image_link&#039; href=&#039;http://cujau.de/uploads/loosechange08-1.jpg&#039; onclick=&quot;F1 = window.open(&#039;/uploads/loosechange08-1.jpg&#039;,&#039;Zoom&#039;,&#039;height=186,width=515,top=298.5,left=262,toolbar=no,menubar=no,location=no,resize=1,resizable=1,scrollbars=yes&#039;); return false;&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:242 --&gt;&lt;img width=&#039;110&#039; height=&#039;38&#039;  src=&quot;http://cujau.de/uploads/loosechange08-1.serendipityThumb.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.loosechangethefinalcut.com/notusa.html&quot; &gt;Loose Change undownloadbar&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Webshot: cujau.de&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 13 Apr 2008 09:53:36 +0200</pubDate>
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    <title>9/11</title>
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            <category>9/11</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Cujau)</author>
    <content:encoded>
    9/11 - nine-eleven ein Datum? Ein Schrei; ein unumkehrbarer Gedanke; ein unwiderruflicher Augenblick. Ein Datum? Kein Datum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 ist sechs Jahre her und wie ein allgegenwärtiger Begleiter geworden. Kein Datum. Eine Sekunde der Ewigkeit. Vor sechs Jahren starb der Lauf der Zeit. Der alten Zeit. Es begann eine neue; die Zeit nach 9/11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 ist wie vor sechs Jahren - heute am 11. September 2007 - ein Dienstag; der Dienstag nach den US Open im New Yorker Tennisstadion Flushing Meadows. Erstmals wieder seit 9/11. Ich erinnere mich deshalb so gut daran, weil damals ein befreundeter Kollege aus New York für die Deutsche Presseagentur von dem Tennis-Grand-Slam-Turnier berichtet hatte. Damals kam er noch raus aus New York; am 8/11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 ist längst ein Symbol für die Schwindligkeit von uns allen geworden. Was würden wir tun ohne diesen Tag? Uns womöglich dieselbe Frage unter anderen Umständen stellen. 9/11 durchdringt unseren Alltag; am Flughafen, in der Meldestelle, im Straßenverkehr genauso wie beim Frühstück. Viele aktuellen Meldungen haben einen direkten Bezug zu 9/11. Nicht der Tag der Mondlandung, nicht der des Buchdrucks, nicht der des Endes des 2. Weltkrieges, nicht der des Kennedy-Attentats, nicht der des Mauerfalls - 11/9 - der Spiegelung von 9/11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 ist ein Wort-Spielzeug in der Politik geworden; so wie Holocaust, so wie Mauerbau, so wie Srebrenica. Ein Datum? Ein Argument politischer Interessen; ein Totschlagargument - eines, mit der Macht von über 2900 Opfern an diesem Tag und mehrer zehntausend Toter hernach im Rücken. Während Kennedy erschossen worden ist, ist mit 9/11 ein Tag gelöscht und gleichzeitig zu einer ewigen, moralischen Instanz erhoben worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 ist kein Datum, es ist ein Missbrauch an der Geschichte, weil sie sich nicht ändern lässt und sie sich deshalb nicht gegen ihre Einvernahme wehren kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 habe ich zu Hause verbracht. Ein wunderbarer Tag; nicht nur in New York, wo es damals ein strahlender Spätsommertag war. Auch in Berlin schien die Sonne. Drei Monate zuvor hatte ich  ein Stipendium in den USA absolviert; in New York, in San Francisco, in San Antonio, in Milwaukee. Am 11. September 2001 schickte ich den Bericht an die Stiftung, dem American Council on Germany, nach New York ab. Als ich von der Post nach Hause kam und den Fernseher einschaltete, lief erst eine Gerichtssendung kurz nach drei, dann wurde das Programm unterbrochen, und die Bilder der brennenden Türme des World Trade Centers fielen in mein Wohnzimmer; ausgerechnet an dem Tag, an welchem ich meinen New York-Bericht abschickte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 ist diese persönliche Erinnerung. Kein Datum. Genau drei Monate zuvor - am 11. Juni 2001 - stand ich auf dem Südturm des World Trade Centers. Ich stand ganz oben und später ganz unten zwischen den Türmen und schaute rauf. Drei Monate danach fielen sie zusammen. Ein stummes Gefühl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9/11 - Ich schreibe das gerade alles während meines Urlaubes in Asturien, im Norden Spaniens; einer beeindruckenden Bergwelt. Die Spanier hatten ihr 9/11 vor dreieinhalb Jahren am 3/11 in Madrid; drei Bomben in Vorortzügen kosteten 200 Menschen das Leben. Damals war ich in Spanien gerade unterwegs von Andalusien mit dem Auto zurück nach Hause über den Madrider Autobahnring; Stunden nach den Bomben. Ein wunderschöner Tag ohne Wolken am Himmel; wie der 11. September 2001; wie der 11. September 2007 hier in Spanien, in Asturien, dieser vereinnahmenden Bergwelt.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 11 Sep 2007 23:09:00 +0200</pubDate>
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