Ich gestehe: Ich war heute bei der SPD, bei den Sozialdemokraten. Seit 15 Jahren steht ihr spirituellhaftes Zentrum, das
Willy-Brandt-Haus, in Berlin. Nie hat mich der Bau sonderlich interessiert. Jetzt wollte ich rein. Ein guter Grund besteht noch bis zum 10. Juli - die Ausstellung der weltbesten Pressefotos 2011 - "World Press Photo 11".
Man wird Zeitzeuge, als wäre die Welt ein Spielfilm, ein Karussell, eine Geisterbahnfahrt. Haitis Erdbeben und seine brutal-authentischen Bilder kommt darin genauso vor wie die Bandenkriege der mexikanischen Drogenkartelle, bei denen 2010 über 15 000 Menschen umkamen, also proTag zwischen 200 und 300 Menschen getötet wurden; viele einfach so, weil sie zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle waren. Wie ein Mann, dessen Frau erschossen wurde, er seine Kinder retten wollte und dafür geköpft wurde. Ein Foto läuft unter der Kategorie Sport und zeigt der Torero Julio Aparicio, der vom Stier aufgespießt worden ist - durch den Mundboden und aus dem Mund wieder raus. Was ist daran Sport? Dass der Mann
das hier überlebt hat. Eine Geschichte zu dem Bild gibt es
hier.
Und dann das Foto: Die Afghanin Bibi Aisha, deren Ohren und Nase von Taliban abgeschnitten wurden, weil sie ihren gewalttätigen Mann verlor. Es heißt unter Afghanen, wenn die Frau wegläuft, verliert man seine Nase. Als finstere Strafe wird auch der Frau, so man ihr habhaft wird, die Nase abgetrennt. Gleiches Recht für alle, finden sie Sharia-Richter. Bibi Aisha gelang nur eine kurze Flucht.
Dann verlor sie ihr junges Gesicht an die Taliban.
Das Will-Brandt-Haus präsentiert ein schauderhaft-faszinierendes Gruselkabinett 2010 - am richtigen Ort - bei der SPD.
Berlin, 20.02.2009, heute morgen um 8 Uhr 51:
Weihnachtsende - Jahresanfang:
Und dazu noch die folgende Geschichte.
Lesen und entspannen!
Blick in den Morgen heute morgen: