Montag, 26. Juli 2010Kommentare (0) Trackbacks (0) Duisburg - ein Liverpool 3.0Ein Tunnel als Zugang und Abgang - die Veranstalter der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 von der Lopavent GmbH aus Berlin hätten wissen können, wie das endet; nämlich in einer tödlichen Falle. Eine bestechende Blaupause der Duisburger Tragödie liegt über 20 Jahre zurück.
Das Halbfinale im englischen Fußballcup FA steigt 1989 zwischen Nottingham Forest und dem FC Liverpool, ausgetragen im Hillsborough-Stadion in Sheffield. Das Fassungsvermögen liegt bei knapp 40 000 Plätzen. Von Schwarzhändlern wurden an jenem Tag weit mehr Karten verkauft, als Plätze auf den Stadionrängen vorhanden waren. Somit drängten viele tausend Fans ins Stadion, ohne dass man für sie Platz hatte. Der Ausgang aus der Sackgasse war damals ein Tunnel; eine Einbahnstraße in eine zweite Sackgasse. Trotzdem die Polizei den Innenraum zum Spielfeld wegen der dramatischen Szenen auf den Rängen öffnete, strömten viele Fußball-Fans durch diesen Tunnel, um wieder aus dem Stadion kommen zu können. Dieser Irrglaube kostete 96 Menschen das Leben. Auch hier hielt ein Tunnel genau wie in Duisburg den Massen nicht stand; es waren einfach zu viele Menschen auf zu wenig Fläche unterwegs. Seit dieser Tragödie vor 21 Jahren wurde "You'll never walk alone" zur Liverpooler Fan-Hymne. Der FC Liverpool selbst war damit nur vier Jahre nach der Zuschauer-Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion von 1985, bei der 39 Menschen aus einem ähnlichen Grund wie in Sheffield oder Duisburg starben, beim Europakpokalfinale gegen Juventus Turin zum zweiten Mal an einem tödlichen Ereignis beteiligt. Duisburg ist nicht Liverpool, aber dafür Liverpool 3.0. Die zweifelhafte Ehre hätten sie auch ohne Liverpool verhindern müssen. Vielleicht fehlte dazu der Wille bei den Verantwortlichen. Mittwoch, 14. Juli 2010Kommentare (0) Trackbacks (0) Bahn und DFB - zwei KlimakatastrophenWas haben der Deutsche Fußball-Bund, auch DFB genannt, und die Deutsche Bahn gemeinsam? Abgesehen von ihrer Herkunft, die sie im Vornamen tragen, bieten beide ein Chaos im Sommer 2010.
Während bei der Bahn die Klima-Anlagen ausfallen, die Passagiere reihenweise bei über 50 Grad Celsius kollabieren, tobt auch beim DFB die Klimakatastrophe. Bleibt Joachim Löw Bundestrainer? Wird Mediendirektor Harald Stenger entsorgt? Zwischen dem Außer-WM-Kapitän Michael Ballack und dem WM-Kapitän Philipp Lahm tobt ein rhetorischer Krieg über die Frage, wer jetzt das Sagen hat. Ballack oder Lahm? Ballack brüllt aus Leverkusen, seiner neuen alten Fußball-Heimstatt: "Ich bin Kapitän." Noch aus Südafrika, dem WM-Land, blaffte der seit heute Frischvermählte Lahm: "Ich will Kapitän bleiben." Um dann aber ein paar Tage später klein zu verlautbaren, die Medien hätten ihn zu der Aussage gezwungen. Oh, die Medien zwingen Lahm, und das gleich mehrfach, nämlich hier, hier und hier. Warum hat eigentlich niemand von den Medien Lahm gezwungen, die Mannschaft als Kapitän nach Berlin im Anschluss an die WM zu bringen, damit sie sich bei den Fans für die vierwöchige Unterstützung auf den Jubelmeilen des Landes bedankt und so die Fans ihren Idolen nochmals vor dem Abschied in den dann verdienten Urlaub zujubeln können. Nun ja, Spanien hatte allen Grund zum Feiern. Welcher Weltmeister hätte das nicht? Klar, die Holländer haben geweint nach ihrer dritten Finalniederlage und haben sich hernach von ihrer Königin Beatrix und ihren Oranjes an den Grachten trösten lassen - ein Riesenspaß. Und Uruguay, ja, die haben auch mit den Ihren geschunkelt - Platz 4. Platz 4, die Holzklasse haben sie mit einem Buskorso durch Montevideo begangen. Und die deutsche, von WM-Kapitän Lahm angeführte Mannschaft? Sie floh durch den Hinterausgang am Flughafen Frankfurt/Main nach der Rückkehr aus Südafrika. Die Folge sind atmosphärische, also klimatische Störungen bei den wartenden Anhängern: "Wir sind enttäuscht von euch, wir sind enttäuscht von euch, wir sind, wir sind enttäuscht von euch." Ja, das Dumme und Logische daran ist, das reimt sich. Böses Deutsch. Wer hat die Fanflucht den deutschen Spielern nur suffliert? Wer war der Whistle-Blower für den würdefreien Abgang am Flughafen? Es hieß, der Mannschaftsrat habe es in Südafrika beschlossen; Lahm, Arne Friedrich, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose also. Die waren's. Diese vier entscheiden über den horrenden Kolateralschaden, den die Mannschaft damit angerichtet hat. Vier gegen mehrere Millionen Fußballfans und Deutschlandtrikotträger, die auf den Fanmeilen in tausenden Kilometern Entfernung ihre letzten Kräfte bei glühender Sommerhitze für ihre Idole aufbrachten? Die hatten es hingegen derweil ja angenehm kühl im südafrikanischern Winter. Das wahre Versagen liegt jedoch nicht bei den Spielern, nicht bei Philipp Lahm, der heute seine Claudia ehelichte. Lahm hatte immerhin mit seiner Hochzeit ein schweres Motiv, sich gegen Berlin und für sein privates Sommermärchen im bayerischen Aying statt für das kollektive Sommermärchen zu entscheiden. Ja, in der Provinz ist es warm und gemütlich. Versagt hat das Management des DFB, versagt haben Oliver Bierhoff und sein vorgesetzter, oberster Fußballfunktionär Theo Zwanziger. Bundestrainer Joachim, Jogi gerufen, Löw schweigt. Ihnen drei ist der veritable Aussetzer zuvorderst anzulasten, dass die Mansnchaft nicht bei den Fans, sondern in den Armen der Frauen landete und dort privat feierte. Managerversagen suppt durch Deutschland; durch die Bahn, den DFB, die Banken. Man hätte es ahnen können. Es ist schon bezeichnend, dass sowohl bei der Detuschen Bahn als auch beim Deutschen Fußball-Bund die Mitarbeiter das Marketing des Produktes bestimmen; die hilflosen Zugbegleiter genauso wie die flüchtenden Spieler, während sich die Manager ducken, Ausreden suchen und Ablenkungsmanöver starten. Der Imageschaden wächst, weil zudem nicht klar wird, wer ist wann für was zuständig, also verantwortlich. Warum beschäftigt also der DFB einen Oliver Bierhoff als Manager? Was außer der Hitzeopfer-Seite unternimmt die Deutsche Bahn, um ihr Problem an den Klima-Anlagen nachhaltig zu lösen? In erstere Linie rätseln derzeit die Reisenden darüber, wann es sie erneut treffen wird, welcher Zug wieder keine klimafreundliche Zone hat. All das kostet Geld und, schlimmer noch, Ansehen. Das Kommunikationsdesaster nach der Fanfeierabsage der detuschen Nationalspieler folgte dann genauso folgerichtig wie unausweichlich: Heute musste sich die Mannschaft bei den Fans via Webseite - durch Philipp Lahm - für ihre Fanflucht entschuldigen - aus der Ferne des weltweiten Netzes, ganz ohne Tuchfühlung. Es hätte ja zur Fa(ei)n(d)berührung kommen können. Nun, dafür werden woanders, bei diesem Ausmaß Millionen Fans, also Millionen Kunden, vors Schienbein getreten zu haben, Leute gefeuert. Nur: Auch bei der Deutschen Bahn sind noch keine Manager-Köpfe wegen der Klimakatastrophe gerollt. Was lehrt uns das? Zumindest eines: Am Ende kommt noch immer alles raus und schlägt als Boomerang zurück. Möchte Ballack, der Kapitän a. D., wirklich noch der Anführer dieser Mannschaft sein, die so vor den eigenen Fans gar jammervoll versagte? Vor vier Jahren wollte einer partout nicht in die Hauptstadt Berlin nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der WM 2006 im eigenen Land aus Stuttgart - dem Spielort um Platz 3 - mit dem unterhaltsamen 3:1-Sieg gegen Portugal Richtung Berlin reisen: Michael Ballack. Durchgesetzt hatte sich damals die Mehrheit der Spieler; die Mehrheitsmeinung beispielsweise eines diesmal abwesenden, weil nicht-wm-nominierten Torsten Frings. Nachzuschauen in dem Sönke-Wortmann-Streifen "Deutschland - ein Sommermärchen". Gute Besserung, liebe Deutsche Bahn, danke, lieber Bräutigam Lahm, viel Vergnügen, Herr Ballack! Donnerstag, 24. Juni 2010
Ballack - weg da! Geschrieben von Cujau
in Bafana Bafana 2010 um
20:14Kommentare (0) Trackbacks (0) Ballack - weg da!Der Zusammenprall der Kulturen führt zu famosen Erkenntnissen und skurillen Begegnungen. Hier in Marokko, dem Land der Berber und Araber, können sie gelassen und zurücklehend die Fußball-WM in Südafrika betrachten. Das Königreich (Mohammed VI. oder einfach M6) ist gar nicht erst qualifiziert, Erzrivale Algerien frühzeitig ausgeschieden, Frankreich, die einstige Besatzungsmacht auch, Deutschland, das hier jeder zu lieben scheint, weil sie einen in den Basars beinahe auf hochdeutsch ansprechen, in der Runde der besten 16 und als nächstes gegen England tätig. Man freut sich auch hier darauf.
Eine große Kollision haben sie in Marokko hingegen ins Fernsehen verlegt. Denn da taucht passend zum Deutschland-Spiel gegen Ghana Lothar Mattäus - unser aller ewiger Loddar - im ersten Programm als Fußball-Experte auf. Immerhin ist er damit im richtigen Ressort. Alles andere wäre von uns an Toleranz ja auch zu viel verlangt. Nur: Man weiß das hier in Marokko weniger; vielmehr wissen sie, Mattäus ist nicht der Apostel, sondern Weltmeister von 1990. Also mindestens so prominent wie seine Majestät M6. Was der Loddar dann auch so sagte zum Spiel der Alleman gegen Ghana war nichtg wirklich spielentscheidend. Wichtiger: Er war gut gekleidet, hatte also offenkundig gute Manieren und konnte zu jeder Frage reden. Was er gesagt hat, blieb ungehört; bei dem Krawall in jenem Café in Fes beim hiesigen public viewing. Interessanter verläuft hier die Geschichte mit einem, der gar nicht anwesend ist; weder in Südafrika noch in Marokko; mit Michael Ballack. Dazu muss man wissen, in den Altstädten der arabischen Welt, also auch in Marokko, ist es vielfach eng, stickig, die Luft dringt nur selten bis zum Boden vor, die Gassen geben wenig Blicke zum Himmel frei, weil sie gersäumt sind mit Läden, Menschen, Fahrzeugen und Tieren - beiderlei aller Art. Nun erklärt der geduldige Führer durch die Gassen, dass der Ballack hier ein vielverwendeter Ausruf ist. "Ja", und er lacht dabei. "Ballack ist ein arabischer Ruf und bedeutet: Weg da!" Meist rufen das jene Viehtreiber, die einen Esel oder ein Maultier vor sich herlaufen haben, um damit der Umgebung mitzuteilen, dass sie jetzt Platz brauchten, sie jetzt kämen, man jetzt Platz machen möge. "Ballack" eben. Unser Altstadtführer - ein weltgewandeter Mann - kennt natürlich den deutschen Fußballer Ballack. Deswegen muss er auch schmunzeln bei der Geschichte. Ob die Berber und Araber, die ihr "Ballack" ertönen lassen, das auch so drauf haben, überliefert der Altstadt-Führer nicht. Dennoch: Ballack ist hier in den Altstadt-Souks Marokkos also ein ständig Erwähnter; wenn auch nicht als Fußballer. Als solcher ist er ja aber auch in Südafrika derzeit nicht tätig. Sonntag, 20. Juni 2010
Spiegel Online macht uns den Prince ... Geschrieben von Cujau
in Bafana Bafana 2010 um
21:23Kommentare (0) Trackbacks (0) Spiegel Online macht uns den Prince BoatengDie Empörung über den Auftritt von Kevin-Prince Boateng auf unserem aller Michael Ballack war veritabel und groß. Der Nachtritt von Spiegel Online legt da allerdings noch einen drauf; frei nach dem Motto: Liegt einer am Boden, dann gleich noch mal drauftreten, damit er auch wirklich liegen bleibt - ein echter Boateng von Spon.
Immerhin: Trotz seiner WM-Abstinenz wird Ballack so nicht ganz vergessen. Allerdings wird man das Gefühl beim Lesen dieses Beitrages nicht los, dass der Populismus auch bei Ihnen um sich greift. Doch zunächst lägen sie nicht mal falsch, Sie schreiben schlichtweg Unsinn. Und zwar so: "Zum ersten Mal seit dem Scheitern in der Zwischenrunde der WM 1978 in Córdoba, müsste die deutsche Mannschaft bereits vor den K.o.-Spielen nach Hause fahren." Wie halbherzig und ausweichend. 1978 hat es nach den Gruppenspielen der WM in Argentinien eine Zwischenrunde gegeben. Dass bei einem nunmehrigen Scheitern eine deutsche Mannschaft so schlecht abschneiden würde wie damals, entspricht wohl kaum den Tatsachen. Jene 78er Runde kann mit einem Achtelfinale wenig gleichgesetzt werden; vielmehr und wenn überhaupt dann mit einem WM-Viertelfinale. Mindestens bei einem Unentschieden hätte die deutsche Mannschaft damals im abschließenden Spiel gegen Österreich den zweiten Platz in der Zweitrundengruppe A belegt und wäre statt Italien ins WM-Halbfinale eingezogen. Die 1978er 2:3-Niederlage der helmutschönschen Deutschen gegen Österreich hat aber, wie wir wissen, eine andere Geschichte geschrieben; keineswegs jedoch eine, die eine schlechtere Bilanz ausweist als die 1962er, 1994er oder 1998er WM, bei der eine deutsche Mannschaft jeweils ins Viertelfinale einzog und dort scheiterte. Also: Ein Ausscheiden einer deutschen Mannschaft in der aktuellen WM-Vorrunde muss als das historisch miserabelste Ergebnis gelten und ist fürderhin so einmalig wie singulär, seit es eine deutsche Mannschaft bei einer WM gab oder gibt. Dass nun noch der Ex-WM-Spielführer Michael Ballack durch einen überhöht dargestellten WM-Spielführer Philipp Lahm postboateng entsorgt wird, zeugt von wenig Sensibilität und Realität. Mal abgesehen von albernen Plattitüden wie Lahm sei "das Gegenstück" zu Ballack oder gar "der Anti-Ballack". Der Anti-Christ, was? Also was jetzt? Das Gegenteil von Ballack oder ein Kämpfer gegen Ballack? Klar ausdrücken war gestern. Eher wohl: Nichts von beidem ist Lahm. Er ist schlicht der Nachrücker als Mannschaftskapitän und bringt dabei seine eigenen Kompetenzen und Qualitäten mit. So einfach kann das nämlich sein. Spiegel Online macht's kompliziert und falsch. Warum? Deshalb: Ohne das dumme Geschrumbel über einen irgendwie "Anti-Ballack" Lahm gäbe es keine Story. Denn man fragt sich die ganze Zeit, wo ist sie, die Story? Sämtliche Anti-Ballack-Thesen greifen nicht. Gelassenheit bei Lahm statt was bei Ballack? Zurückhaltung bei Lahm? Wie bitte? Wollte er nicht die Mannschaft zum Titel führen? Nachzusehen und -zuhören ist das hier in der ZDF-Mediathek. Somit greift dieses Argument wenig mit ohne stichhaltige Belege. Ballack hingegen äußerte sich vorsichtiger. Wie man beispielsweise hier nachlesen kann. Gleichwohl hat Lahm genau das Richtige betont; Ballack hätte nicht mehr und nicht weniger gesagt als Kapitän zum jetzigen Zeitpunkt Nur wie gesagt, hier würde es dann keine Story geben. Der Kollegin ist offenbar nichts Besseres als der unpassende Vergleich zweier gleicher Spielerpersönlichkeiten eingefallen. Nur bei Gleichheit gibt's nunmal nicht zu polarisieren. Dumm, denn es gibt dann keinen Anti-Ballack ohne Story. Nur einen veritabel kopierten Prince Boateng durch Spiegel-Online gegen Ballack. Dünn, sehr dünn. Gute Besserung! Dienstag, 18. Mai 2010Kommentare (0) Trackbacks (0) Happy 60, Herr Gottschalk!
Es gratuliert Klaus Kinski:
Gottschalk, der blanke Wahnsinn, oder?! Na sowas mit 28! Donnerstag, 31. Dezember 2009Sonntag, 6. Dezember 2009Kommentare (0) Trackbacks (0) Ganz einfach - Graf LambsdorffZum Tod von FDP-Mann Otto Graf Lambsdorff gibts von mir folgende Episode ohne Gewähr:
Erich Honecker darf während seines Besuches 1987 in der Bundesrepublik eine Plenarsitzung des Bundestages besuchen. In einer Sitzungspause fragt er seinen Gastgeber Helmut Kohl: "Sagen Sie mal Herr Bundeskanzler, bei Ihnen hier ist eine Sitzung des Parlaments sehr unterhaltsam, geistreich und ziemlich lebhaft. Bei uns in der DDR-Volkskammer läuft das nie so ab. Da ist es immer sehr trocken und eintönig. Woran liegt das, lieber Herr Kohl?" "Nun, wir stellen unseren Abgeordneten immer eine Frage als Aufnahmeprüfung. Wenn der- oder diejenige sie richtig beantwortet, dann sind sie fähig, im Bundestag Abgeornete zu sein. Ich zeig Ihnen das mal. Passen Sie mal auf lieber Herr Honecker." Helmut Kohl ruft den gerade vorbeikommenden Otto Graf Lambsdorff zu sich. "Graf Lambsdorff, komm mal her." Graf Lambsdorf kommt her. "Graf Lambsdorf, ich stell dir jetzt eine Frage, und die beantwortest du sofort." "Gut." "Also Graf Lambsdorff, es ist das Kind deiner Eltern, aber nicht dein Bruder, wer ist das?" "Das bin ich." "Richtig." Erich Honecker ist außer sich vor Begeisterung: "Das ist ja toll." Zurück in Ostberlin muss Honecker wenige Tage später einer erneut langatmigen wie langweiligen Volkskammersitzung zuschauen und zuhören. In der Pause geht er zu Staatssicherheitschef Erich Mielke. "Du Erich", sagt Erich Honecker, "ich stelle dir jetzt eine Frage, und du beantwortest sie mir." "Ja, Genosse Honecker." "Gut. Also es ist das Kind deiner Eltern, aber nicht dein Bruder. Wer ist das?" "Genosse Honecker, das kriegen wir raus." "Nein, Erich, du gibts mir jetzt sofort die Antwort, wer das ist?" "Erich, gleich morgen früh hast du den Bericht als Erstes mit alllen Einzelheiten auf dem Tisch. Ganz sicher." "Nein, ich will es jetzt sofort wissen." "Jetzt sofort?" "Ja, jetzt sofort. Gleich. Kannst du mir jetzt sofort die Antwort geben?" "Ähm. Jetzt sofort geht das nicht. Das kriegen wir nicht hin. Also ich weiß es nicht, nicht jetzt sofort." Honecker zu Mielke daraufhin: "Also Erich, das ist ganz einfach. Es ist Graf Lambsdorff." Montag, 16. November 2009Kommentare (2) Trackbacks (0) Nachricht hat SchweinegrippeWoran starb Robert Enke? So viel ist sicher - nicht an der Schweinegrippe. Warum ist das eigentlich keine Nachricht? Denn dass das keine Nachricht ist, war in den vergangenen Tagen nicht mehr so sicher. Eher so unsicher, wie die Chance, diesen Winter schweinegrippefrei zu überleben.
Warum? Wir haben Schweinegrippe. Ja, richtig, wir alle. Wir wissen es offenbar auch. Und zwar ganz genau. So genau, dass wir gar nicht mehr nachfragen, woran jemand gestorben ist, wenn jemand gestorben ist. Denn der Schweinegrippe-Generalverdacht gilt bei jedem Todesfall in Deutschland, seit wir spätestens wissen, dass es Schweinegrippe in Deutschland gibt. Seit diesem Herbst sind wir also schlauer. Schweinegrippe-Schlau! Beispiel gefällig? Den beeindruckenden Beleg einer Schweinegrippe-Todes-Nachricht lieferte dieser Tage eine Meldung aus Thüringen, die, wohlgemerkt, es zu einer Nachricht brachte, weil irgendetwas im Leben des 55-jährigen, mittlerweile Verstorbenen nach Schweinegrippe klang. In diesem Fall die Impfung. Der Mann ging also zum Arzt, ließ sich mit dem Serum Pandemrix impfen und starb dann - plötzlich, unerwartet, einfach so. Und da man das nicht so zeitnah mit einem Schweinegrippe-Ereignis machen sollte und er es trotzdem tat, wurde der Mann flux zum "vermutlichen", "wahrscheinlichen", zumindest aber zu einem Extrem-Schnell-Schweinegrippen-Toten. In jedem Fall zu einer Schweinegrippe-Vermutungs-Nachricht. Vermutlich hat sich dabei niemand etwas gedacht. Das Probelm dabei: Jetzt denken wir alle so. Vielmehr: Wir vermuten nur noch. Wissen kommt dabei nicht mehr vor. Nichts an der Meldung deutete nun daraufhin, dass der Mann möglicherweise an einer anderen Krankheit starb, obgleich man das noch schweinegrippe-geschüttelt an die Nachricht, quasi als Alibi für alle weiteren Folgen, hinten dranhängte. Eine Obduktion der Leiche solle die Todesursache feststellen und auch klären, ob die Schweinegrippe nun damit zusammenhängt oder nicht. Nur: Da war die Nachricht schon draußen und der vermeintliche wie tatsächliche Aufreger auf dem Markt. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Nachrichtenredakteur Ihres Vertrauens, so Sie noch einen haben. Denn die sterben aus - Sie wissen ja, wir haben Schweinegrippe. So viel zu den Qualitäten von Nachrichten in diesen Schweinegrippe-Tagen. Eine Nachricht wird, was aufregend erscheint, nicht was tatsächlich, hintergründig und gründlich recherchiert ist. Es würde nicht nur Arbeit machen; es würde die Sensation killen, die hinter der Möglicherweise-Nachricht steckte. Fakt ist nur eines: An der Schweinegrippe-Front starb die Nachricht, ansonsten die üblichen Verdächtigen des Tages - Menschen aller Hautfarben und Krankheiten. Doch die schlimmste Nachricht des Tages lautet: Die Nachricht ist mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert und bereits daran erkrankt. Ob unheilbar, lässt sich, anders als bei der Schweinegrippe am Menschen, immer schwerer abschätzen. Wie aus der Wahrscheinlich-Nachricht eine Nicht-Nachricht wurde, darf nun verfolgt werden: Gute Besserung, lieber Focus Gesundheit! Quelle: focus.de Ah-so: Erst Herzinfarkt, dann Impfung, dann tot ... Quelle: bild.de Ja, was denn jetzt? Doch nicht tot? Oder nicht nach der Impfung, sondern davor? Ein Toter bei der Impfung? Impfung für einen Toten? Öööööööh Quelle: markenpost.de/Web-Fotos (3): cujau.de Dienstag, 4. November 2008NICHT WÄHLEN! NIEMALS!
Ich geh ja auch nicht wählen - zu dieser Präsidetenabstimmung in den USA. Nur: Eine wirkliche Wahl haben sie ja nicht. Also muss man das mit ein bisschen Humor befeuern. Disney hat auch gleich eine Alternative zum gebrechlichen McCain zu bieten: Dienstag, 21. Oktober 2008Irre wegen Anstalt!Ja irre, was?! Beim Tagesspiegel drehen sie durch wegen der ARD, dieser Anstalt. Oder habe ich da irgendwas missverstanden. Es könnte natürlich auch sein, dass jemand namens Irre zitiert wird, der geäußert hat: "Irre: ARD steigt bei Friedenspreis plötzlich aus". Das darf man durchaus annehmen, da dieses kleine verräterische Wörtchen "plötzlich" eine Wertung transportiert, welche in Überschriften von zumindest als seriös zu bezeichenenden Abonnementzeitungen wie dem Tagesspiegel auf dem Index des Redaktionskodesxes stehen dürfte. Verbrieft ist das allerdings nicht, das sei hier ausdrücklich betont.
Natürlich besteht auch der Verdacht, dass hier eine Boulevarddisierung des Tagesspiegels ausprobiert wurde. Das darf jedoch als gründlich misslungen gelten. Denn dieser Art einer gossigen Betroffenheitshauchelei bemächtigen sich nicht einmal gestandene Bilder-Blätter. Irre wäre Kinski, Irre wäre ein gigantischer Millionengewinn. Die ARD als irre zu bezeichnen, würde selbst den eingefleischtetsten Schlagzeilen-Profi anicht aus der Tastatur fallen. Nun war der Autor bestürzt über den Abbruch der Live-Übertragung aus der Frankfurter Paulskriche zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Anselm Kiefer. Da trägt einer sein Herz zum Leser, sollte wohl die Überschrift verdeutlichen. Vielmehr ist das Gegenteil passiert. Beim Tagesspiegel haben sie die eigenen Grundsätze eines langsam sichenden Qualittäs-Journalismus zu Grabe getragen. Irre! Oder? Einige Seiten weiter tragen sie dann zur totalen Verwirrung bei. Dort wird ein Sprecher der Deutschen Bahn zu den ICE-Verspätungen dieser Tage zitiert. Überschrift: "Bahn: Von tag zu Tag wird es besser". Mal abgesehen vom realitätsfreien PR-Euphemismus stellt sich dann auch hier die Frage: Heißt da einer Bahn, oder spricht die Bahn jetzt selbst, oder gibt es noch eine weitere Erklärung? Total irre! |
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