Heute ist Heiliger Abend. Überraschend bekomme ich Besuch. Ein Marienkäfer purzelte plötzlich durch mein Badezimmer.
Er wirkte etwas erschrocken, flitzte über die Fliesen und war auf der Flucht vor meiner Hand und meinen Fingern. Der aufgeregte kleine Kerl hechte gegen die Wand der Badewanne. Dort unten versuchte ich ihn zu greifen. Das klappte nach mehreren Versuchen, denn seine Schale ist wenig griffig.
In meiner Hand irrte er noch ein wenig hin und her und kam dann zur Ruhe. Der kleine Kerl hatte sich nach einigen Minuten beruhigt. Während ich das schreibe, hat er seinen Lieblingsplatz gefunden: in der Niederung zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger meiner linken Hand. Dort hat er sich eingenistet und scheint einzudämmern. Jedenfalls bleibt er ganz ruhig liegen, obwohl er hin und hergeschaukelt wird.
Was machen Marienkäfer zu Weihnachten? Sind sie genauso verwirrt über das laue Klima wie die Pflanzen, die jetzt wieder Knospen treiben, die ihre Blüten austreiben und fast aufgehen lassen? Wie gesagt, heute ist Heiliger Abend.
Mein kleiner Freund hat sieben Pünktchen, ist laut Internet-Lexikon
Wikipedia ein "Coccinellidae". Eigentlich sind sie Winterschläfer. Aber klar, momentan haben wir ja keinen Winter. Bei der Hitze kann ja einfach niemand einschlafen. Also spaziert er jetzt über das Soft-Pad meines Laptops.