Es sind bald Wahlen in Berlin, und deshalb haben wir jetzt Wahlkampf. Da kommt es vor, dass die Politker ihren Wählern Versprechen abgeben. Möglichst - und das wäre der Idealfall - auch solche, die sie halten können. Wie viel Ehrlichkeit in den Versprechen steckt, lässt sich jedoch erst nach den Wahlen ermitteln. So funktioniert Demokratie auch in Deutschland. Kurzum: Wie ehrlich einer ist, steht erst hinterher fest. Manchmal liegen Jahre zwischen Versprechen und der Realität.
Die Gegenbewegung dazu heißt Mario Czaja und kommt von der CDU. Er liefert in erschütternder Ehrlichkeit sein Versprechen vorher ab: "Ich verspreche mich" heißt es auf seinem Wahlplakat als Direktkandidat für Kaulsdorf-Mahlsdorf für die Berliner Senatswahl im September. Pro Zeile ein Wort
ICH
VERSPRECHE
MICH
Elke Buscheuer schrieb oder schrie dereinst via Buchcover: RUF!MICH!AN! Vielleicht hätte der junge Czaja mal anrufen sollen. Einen Rat hätte er sicher für sein Wahlplakat bekommen. Vielleicht so einen: Zu viel Ehrlichkeit ist auch nicht gut, oder so ähnlich.
So bleibt es vorerst der Versprecher des Wahlkampfes. Oder ist der Diplombetriebswirt einfach ein grundehrlicher Typ? Wir wollen beides hoffen, denn so viel Ehrlichkeit verdient aufrichtigen Respekt. Wer verspricht mehr: Politiker oder ihre Wahlplakate?
Hier jedenfalls das grundehrliche von
Mario Czaja:
In der Zwischenzeit versinken wir in Gedanken darüber, dass Kommas oder Doppelpunkte mehr Macht besitzen als Politker. Das Schöne für Czaja: Man spricht über ihn. Etwa
hier oder
hier.