Geiz ist also nicht mehr geil. Das jedenfalls will uns Saturn ab morgen weismachen. Sie schütteln ihren fünf Jahre alten Slogan einfach so ab. Geil war gestern. Heute ist Emotion, sagt jedenfalls die neue Kampagne. Dabei hatten wir uns schon an diese geile, subjektive Wahrheit gewöhnt.
Doch für Saturn war geil gestern. Heute ist anders. Marketingexperten nennen das, den Zeitgeist anpassen. Saturn fand also, dass es nicht mehr in die Zeit passt, geizig zu sein. Was mögen da die Schotten denken.
Doch Saturn begeht einen fatalen Fehler. Ihr "Geiz ist geil"-Baseballschläger-Slogan traf den Nerv jeder Zeit. Es war ein Branding für die halbe Ewigkeit. Etwa wie das Magenta der Telekom, das T der Telekom, das akustische Werbesignal der Telekom - die Dreifaltigkeit des Branding. Man muss es nicht schön finden, aber man weiß, wer da kommt: Visuell und akustisch.
Saturn ändert ohne Not das Branding und meint jetzt: "Wir lieben Technik, wir hassen teuer". Mal abgesehen davon, dass hier die deutsche Grammatik ganz schön holpert ("Da werden Sie geholfen"), scheint hier jemand vorschnell zu glauben, dass diese neue Verschlagwortung auch noch ins Ohr geht und drin bleibt. Nur, hier quietscht es so gewaltig, dass es gleich wieder aus dem Ohr rausfliegt. Wer bezahlt eigentlich die Agentur
Scholz & Friends für so einen Unfug.
Sie müssen ihr Tun dann auch noch umfangreich erläutern, damit jeder Einkaufsdepp versteht, was der neue Slogan eigentlich bedeutet.
Dabei können es ausgerechnet diese Werbeprofis von "Scholz & Friends" besser, wie sie mit ihrer Kampagne für die Frankfurter Allgemeine Zeitung ("Dahinter steckt immer ein kluger Kopf") ja bewiesen haben. Jetzt also Saturns neuer Slogan. Auch ihre neue Figur - eine spacige Schöne statt der aggressiven Warrior-Geizerin - hilft kaum beim Stimmungsumschwung. Da fällt mir nur ein: Zu schlecht zum Lieben!
Was in Deutschland längst Geschichte ist, lebt in Österreich weiter: der Satrun-Slogan "Geiz ist geil". Danke Österreich! In Deutschland hingegen müssen wir schon seit einem halben jahr mit einem reichlich drögen wie technokratischen Werbe-Ausruf der Satr
Aufgenommen: Mär 26, 15:31