Das musste jetzt dann doch mal sein: Ein Dokument unserer Zeit, was da am 25. März in der Bundespresekonferenz ablief. Regierungssprecher
Christoph Steegmans argumentiert tapfer gegen die fortschrittsunwillige Masse der vor ihm platzierten Journalisten an, die sich über die Mitteilungsverbreitung von Chefsprecher
Steffen Seibert über
Twitter beschweren.
Twitter - so wird kolportiert - sei ein Nachrichtendienst. Manometer! Eines erscheint nach der Ansicht des Videos sicher, sicher nicht für jene answesenden Hauptstadtjournalisten. Plötzlich nehmen sie etwas wahr, weil sie dahinter Verrat an der Hackordnung wittern.Nicht sie würden zuerst mit den wichtigsten Meldungen bedient, sondern die Twitter-Öffentlichkeit. Ja und? Wer ist jetzt wichtiger - die Journalisten oder die Öffentlichkeit, die sie informieren sollen.
Gibt es einen Kanal, bei dem sie vermuten, hier passiere etwas wichtiges, dann sollten sie diesen Kanal buchen, wenn sie der Meinung sind, das sei unwichtig, dann sollten sie diesen Kanal meiden. So einfach kann das Nachrichtengeschäft auch sein. Sich beim Informationsverteiler zu beschweren, dass der Infos auch über weitere Kanäle als Lochkarten rausgibt, legt nur den Schluss nahe, hier beschwert sich einer darüber, dass jemand ein Telefon benutzt, und er selbst keines hat.
Es ist schon ein Schrecken, der den Hauptsgtadtjournalisten passiert. Ich kenne einen Rentner, der Twitter nutzt; zwar noch nicht lange, aber er hinterlässt jetzt Nachrichten über seine Rezensionen auf einer anderen Webseite. Und zwar
hier oder
hier.
Oder etwa die Britin
Ivy Bean: Sie hat mit 104 Jahren zu twittern begonnen. Gut, von Johannes Heesters ist dergleichen vielleicht nicht mehr zu erwarten. Aber Ivy Bean tat es bis zu ihrem letzten Tag vorigen Sommer, als sie Ende Juli dann doch an Geldsucht starb. Zuvor hat sie frohgemut und lustvoll getwittert. Und zwar hier: http://twitter.com/IvyBean104.Gefolgt sind der betagten Zwitscherdame fast 53000 Anhänger.
Wie alt sind eigentlich jene Hauptstadtjournis? Wenn sie halbwegs Bescheid wüssten, dann wüssten sie eben, dass man nicht mal einen Twitter-Zugang braucht, um Regierungssprecher Steffen Seiberts Meldungen lesen zu können. Hier also der Service für sie: http://twitter.com/RegSprecher; und das ganz ohne Twitter-Zugang und ganz sicher.
Dank der Plattform
Carta ist das alles hübsch aufgezeichnet und
hier auch dokumentiert worden. Und das sei erlaubt: Es ist wirklich köstlich!