Es kommt spät, und es kommt - das Bekenntnis. Nach anderthalb Jahren. Immerhin. Ich hatte erst gedacht, der Skandal ist, dass Joseph Ackermann im Kanzleramt seinen Geburtstag feiert. Nur das stimmt nicht. Der Skandal ist, dass er Freunde fand, die mit ihm dort feierten. Oder skandalös auch, dass er überhaupt Freunde hat? Gut, das nicht. Jeder hat Freunde verdient; auch Ackermann.
Jetzt hat sich einer jetzt bekannt, zu Ackermanns Freunden gehört zu haben oder zumindest dagewesen zu sein an jenem 2008er Märztag. Löst das den nächsten Skandal aus: Frank Schirrmacher,
der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen. Er bekennt in der Online-FAZ:
"Ich war auf Ackermanns Party"
Und Schirrmacher nennt weitere Namen des 2008er Kanzleramts-Spargelessens im März: Mathias Döpfner, Kai Diekmann (zwei Springer-Presse-Leute), Klaus-Dieter Lehmann (Chef des Goethe-Instituts - Hat der etwa die Dimension der Party kognitiv nicht eingekreist?), Jürgen Hambrecht (BASF-Chef), Bildungsministerin Annette Schavan, Schaeffler-Gruppe-Pleitier-Frau Maria-Elisabeth Schaeffler, Bankier Friedrich von Metzler, der Unternehmer Arend Oetker und Dirigenten-Star Simon Rattle sollen laut Schirrmacher mit Ackermann happy Geburtstag gefeiert und vorzüglich dinniert haben.
Nun könnte ich egozentrisch skandalisieren, ich war nicht dabei. Da aber klar ist, dass die Feier durch Steuergeld alimentiert wurde, stimmt das nicht ganz. Wenigstens war also mein Geld dabei - beim Bezahlen. Ich wars also nicht, mein Geld wars. Schirrmacher findet am Ende seine Kurve, seinen Frieden im inneren Unfrieden:
"Verzeihung kann ich nicht erwarten, aber Verständnis. Mit keinem Mitschuldigen habe ich geredet. Mein Bekenntnis kommt aus freiem Willen. Ich habe bekannt, nun richtet mich."
Kriegt Schirrmacher jetzt Stress mit den Ex-Geburtstagsgästen um sich rum? Braucht er jetzt Personenschutz, Bodyguards vor der Rache der Enthüllten?
Gute Besserung, Herr Schirrmacher!