Sind wir nicht alle ein bisschen neurotisch? Einige von uns sind mehr: zwangsneurotisch. Seit Woody Allen seinen Stadtneurotiker durch die Welt schickte, wissen wir, wie viel von all den Neurosen da draußen in uns stecken. Also, Lust auf Flugzeugabsturz-Ängste oder den voyeristischen Blick drauf, dann gibt's hier das Richtige. Mit dem Angsthasen kehrt die Neurose zurück. Die, die wir kennen und nie sehen wollen. Abgesehen von der Sofaperpektive aus. Mit dem Film "Angsthasen" von Regisseurin Franziska Buch können wir das. Die Geschichte ist so simpel wie das Leben. Und die Lösung auch.
Adrian Zumbusch, gespielt vom großartigenEdgar Selge, hat vor allem Angst und versucht zwanghaft, jede mögliche Katastrophe zu verhindern. Von seiner Ehefrau Sylvie (Claudia Messner) lässt er sich nur deshalb nicht scheiden, weil er Angst davor hat, allein zu leben. Sein Büro ähnelt einem sicheren Käfig, und seinen Urlaub verbringt er nur im Schwarzwald, weil man dorthin nicht fliegen muss. Es gibt nichts, wovor er keine Angst hätte, und richtig wohl fühlt er sich nur in der Therapiegruppe von Dr. Elmau.
Als er erfährt, dass er unheilbar an Leukämie erkrankt ist, blüht er auf. Er fürchtet sich nun vor nichts mehr, nicht mal vor dem Tod. Er willigt in die Scheidung von seiner Frau Sylvie ein, beginnt eine neue Beziehung mit seiner Ärztin Dr. Katja Lorenz (Nina Kunzendorf), verabschiedet sich von seiner Therapiegruppe und schaut zum ersten Mal aus dem Fenster seiner neu erworbenen Dachgeschosswohnung, unternimmt eine Ballonfahrt und traut sich, seinen Mitmenschen und Vorgesetzten die Meinung zu sagen. Nur eine einzige Angst ist geblieben: Dass alles nur eine Fehldiagnose war und er kerngesund ist. Ein Unterhaltsamer Film über einen Zwangsneurotiker.