Stilles wie tiefes afrikanisches Ereigniskino: Die Wüste wächst, die endlose Dürre lässt die Brunnen austrocknen. Ihrem Instinkt folgend, ziehen die meisten Bewohner eines Dorfs nach Süden. Nur Dorflehrer Rahne (Issaka Sawadogo) hält das für falsch und geht mit seiner Frau Mouna (Carole Karemera Umulinga) und seinen drei Kindern nach Osten, obwohl dort Krieg herrscht. Ihre einzigen Besitztümer sind ein paar Schafe, einige Ziegen und Chamelle, das Dromedar. Doch ihr Marsch führt sie unter brennender Sonne direkt in Feindesland.
Regisseurin Marion Hänsel fängt große Bilder von dieser zerissenen Nomaden-Gesellschaft ein. Umrahmt von der Liebe, der Hoffnung, von Verzweiflung, Flucht und der Dürre der Natur. Und einer vereinahmenden Musik René-Marc Binis.
Der Roman "Chamelle" von Marc Durin-Valois - der 2005 unter anderem mit dem "Prix des Cinq Continents de la Francophonie" ausgezeichnet worden ist - liefert die Vorlage zur Geschichte eines Exodus, einer Reise der Hoffnung und der Unausweichlichkeit. Aber der Film ist auch eine Parabel über Entschlossenheit, voller Lebensfreude, Beharrlichkeit, der Stärke und Liebe eines Vaters.