Was kommt da auf die Kollegen von der Berliner Zeitung zu? Sie werden wohl ab September eine Sonntagszeitung, die Berliner am Sonntag - BaS - produzieren.
Wie das kommt? Na ja; der Finanzinvestor David Montgomery hat viel vor, seit er vor anderthalb Jahren die Berliner übernommen hat.
Ihr vorläufig letzter Dummy für die Sonntagszeitung hat offenbar die Testleser überzeugt. Das verlautet jedenfalls aus der Redaktion, die sich ab Herbst wohl auf eine 7-Tage-Arbeitswoche einstellen muss; als letzte Hauptstadt-Abo-Zeitung nach der Morgenpost und dem Tagesspiegel.
Ihren Dummy hat die "Berliner" unter Chefredakteur Josef Depenbrock als so genanntes Tabloid produziert. Das muss handlich genug gewesen sein, damit andere ihre Lesefreude voll zu entfalten vermochten. Jedenfalls gefiel der Mehrheit das Resultat von 96 Seiten.
Dieser Tage kommt so ein Urteil wie ein kleiner Sieg daher. Denn die jüngste Umstellung der "Frankfurter Rundschau" auf das U-Bahn-taugliche Format hat eine erhebliche Gegenwehr der Leser heraufprovoziert. Man sucht nach Nachrichten, nach der Ordnung, nach der bislang möglichen Teilung der Ressorts in kleine Zeitungsabschnitte.
Die "Berliner" scheint das geschickt gemeistert zu haben. Und hat sie jetzt ihren kleinen "Tabloid-Sieg" erzielt? Vielleicht waren es die Testleser nämlich auch einfach leid. Immerhin war es die dritte Testausgabe, die man ihnen unter die Leselampen hielt. Mit dem Tabloid hat man sie zum positiven Urteil genötigt, könnte man meinen. Denn ab jetzt brauchen sie ihre Zeit nicht mehr verschwenden für einen der vielen vergeblichen Versuche, Leser an seine Zeitung zu binden. Man nickte einfach ab; der Ruhe wegen.