Es ist ja so eine Sache mit den Tagesthemen. Sie ist eine Institution des deutschen Fernsehens. Sie sind die Wahrheit, wenn es um Nachrichten geht. Auch bei einem eher inhaltreichen Kaffeesatzlesen über das bevortstehende Fußball-EM-Halbfinale der Jogi-Löwen gegen die Türkei. Wahr ist nun, die Tagesthemen werden auch nur von Menschen gemacht. Allerdings muss man einschränkend sagen, hier haben diese Menschen total versagt und nicht, wie "Spiegel Online" zunächst behauptet hatte, "einen kleinen, peinlichen Fehler" begangen. Sehr treffend hat das Thilo in seinem Blog mal auf den Punkt gebracht. "Spiegel Online" hatte zunächst im Übrigen auch nicht genau genug berichtet, davon gesprochen, dass man die Passage aus der Sendung gelöscht hätte. Das ist so nicht richtig. Die Tagesthemensendung ist auf deren Portal im Internet weiterhin abrufbar; allerdfings wurde die Anmoderation herausgekürzt, in welcher die falsche Flagge zu sehen war. Die Passage im Weltweitnetz beginnt jetzt gleich mit dem Filmbeitrag über die Vorbereitungen auf das EM-Halbfinale der Deutschen gegen die Türkei ohne Buhrows Anmoderation. Allerdings war kurzzeitig auch das anders. Denn erst war noch eine Variante im Netz, bei welcher die deutsche Flagge retuschiert worden ist; also der Fehler heruasgeügelt wurde. Jetzt vertuscht man vollends den Hergang. Das ist bedenklich. Hier noch ein Bildschirmfot, als die gebügelte Passage noch online stand und jetzt so nicht mehr zusehen ist:
"Spiegel Online" hat dann gestern noch ausführlichen Beitrag nachgeschoben, der wesentlich aussagekräftiger war, als der erste. Plötzlich war der Fehler nicht mehr klein und peinlich, sondern mindestens inakzeptabel. Genau!
Hier wird also im Archiv glattgebügelt, was in der Live-Sendung vergeigt wurde. Das ist legitim, gehört aber zur Wahrheit über diesen Vorfall dazu. Wie aber kann es sein, dass Kontrollinstanzen in der heutigen Welt gehäuft versagen. Und niemand dann die Verantwortung übernimmt, sondern den Praktikanten feuert. Wie billig. Bei den Tagesthemen hat ein Praktikant offenbar die Grafik gefertigt. Im Schweizer Frensehen wurde zum Spiel der Deutschen gegen Portugal beim Abspielen der Nationalhymnen die erste Strophe des Deutschlandliedes im Bildschirm eingeblendet. Da waren zwei Mädchen am Werk, denen man auch noch die Schuld gab. Niemand aus der Führungsebene fühlt sich verantwortlich. Warum? Wo sind die Leute, die sich ihrer Verantwortung noch stellen; die für ihre Geld auch gerade stehen, wenn Mist gebaut wird. Skandaliert und als erster aufgedeckt hat dieses Tagesthemen-Missgeschick übrigens der Mediendienst DWDL.
Natürlich kann man auch darüber hinweglachen. Ich tue das mit meinem Vorschlag, dass die tagwesthemen schlicht Mitteluganda gegen die Türkei antreten lassen wollten. Das wäre dann aber vorsätzlich. Dafür müsste der Urheber auch bluten - vielleicht mit einem Vortrag des Deutschlandsliedes in der Version von Sarah Connor. Bei der Eröffnungsfeier der Münchner Allianz-Arena Im Mai 2005 sang die Delmenhorsterin die deutsche Nationalhymne mit zum Teil falschem Text - ".... Brüh im Lichte" statt "Blüh im Glanze dieses Glückes".
Connor ist offenbar häufiger als gedacht und überall.
Gibt es ein Recht auf Dummheit? Nun ja, das scheint die ARD für sich einzufordern, bekommt es wohl aber nicht, weil es ja auch das Gegenteil nicht gibt, dass Dummheit bestraft wird. Man kommt also bei der ARD immerhin straffrei im Sinne des Gesetzes davon
Aufgenommen: Jul 04, 17:05