Gibt es ein Leben nach dem Essen? Nach dieser Suppe wird es zumindest schwierig. Was sollte noch kommen? Ich weiß, ich untertreibe maßvoll. Diese Suppe, von der hier die Rede sein wird, ist ein Zufalls- ja ein Verlegenheitsprodukt.
Denn wir hatten noch Möhren oder Karotten - ganz wie man will - übrig. Sie waren eine Beilage zu einem feinen Essen aus Hühnerbeinen mit Karotten und Ziegenkäse. Doch: Unter einem Kilogramm gab es keine Karottenlieferung mehr. Also hatten wir reichlich davon übrig. Was also tun? Müll? Oder essen? Aber nicht einfach so, war mein Gedanke. Ich dachte, warum nicht endlich mal wieder eine Suppe kochen; probieren und scheitern, wie der Engländer so mundsprachlich sich selbst Mut macht. Also ich schlüpfte in die Engländerrolle und in eine Kochschürze.
Zu den Karotten-Resten gesellten sich noch übrige Stäbchen von Stangensellerie, letzte Knöllchen von Rosmarin-Kartoffeln, Schalotten.
Und so ging's:
- Karotten, Kartoffeln waschen und schälen, Schalotten schälen
- alles klein schneiden
- Schalotten in Butterfett anbraten, kurz danach mit Weißwein ablöschen
- einen guten Liter kochendes Wasser draufgießen, Gemüsebrühe und Hühnerbrühe (je ein Teelöffel) draufstreuen
- noch einen Schuss Weißwein draufgießen - dann den Rest von allem Kleingeschnittenen rein ins heiße Wasser und eine gute halbe Stunde lange köcheln lassen
In der Zwischenzeit werden weitere Zutaten vorbereitet: Ingwer schneiden, Blattpetersilie schnipseln.
Nach
35 bis 40 Minuten ist die Suppe soweit: Jetzt wird gemixt, mit einem Stabixer im Topf herumquirlen - hin und her, hoch und runter, Kreise zeichnen. Wenn es langsam kremig wird, ist die Suppe fast fertig; eine Prise Salz drauf, Pfeffer, Petersilie reinstreuen, einen Becher Creme fraiche; oder nen halben. Wieder gut durchmixen. Das war's schon.
Oder besser fast.
Denn jetzt kommt Pfiff in den Topf: flüssiger Honig verfeinert, Ingwer schärft dezent, Kürbiskernöl würzt zusätzlich, und kurz angebratene Kürbiskerne manteln zum Schluss die Suppe richtig ein.
Und jetzt das Finale - Auftellern, anrichten, schmecken lassen.