Mittwoch, 20. August 2008
On the Rocks - Ice Age Vol. 20082008 Geschrieben von Cujau
in Reise-Tipps um
17:54
Kommentare (2) Trackbacks (0) On the Rocks - Ice Age Vol. 20082008Was für ein Tag! Der 20. August. Heute haben wir die 3000-Kilometer-Marke unserer Rundreise überschritten, an einem Tag, dessen Datum man erstmal lesen muss: 20-08-2008. 20082008. Da könnte vielleicht etwas Besonderes her. Vielleicht das hier: Eine Geschichte zu 20082008. Sie passierte vor einigen Tagen; genau vor vier. Zwischen dem Gletscher-Nationalpark und Revelstoke, wo wir seit gestern residieren, regnete es ohne Unterlass. Nur sporadisch gab der Himmel die Sonne frei; der Rest war strippenhaft endloser Regen. Das passiert hier an drei von fünf Tagen. Welch ein Glück. Regen 20082008. Zeit zum Nichtstun. Oder zum Erzählen; wie dem Folgenden. Es geschah zwischen Jasper und Banff im Jasper Nationalpark von Kanadas Provinz Alberta auf dem : das Columbia Icefield, garantiert bärenfrei. Schon mal in der Eiszeit gewesen? Ich nicht; bis jetzt. Ich war on the rocks in den Rockys. Wer auf dem Icefield Parkway zwischen Jasper und Banff unterwegs ist, sollte einen Blick riskieren auf diese größte Inlandeisscholle außerhalb des Polarkreises, diesen imposanten Eiszeit-Zeugen, solange es ihn noch gibt. Denn er wird unaufhaltsam kleiner. Wenn die Eiszeit nicht mehr kommt, muss man zu ihr gehen. So nahe ist man der Urzeit des Lebens nru selten. Was man vom dem gesamten Eisfeld zu sehen gbekommt, ist die Zunge des Athabasca-Gletscher. Man kann gut erkennen, wie viel von ihm seit über 150 Jahren noch übrig ist. Gut 60 Prozent sind weg. ![]() Columbia Icefield vom Besuchercenter aus gesehen. ![]() Vergleich: Athabasca-Gletscher 1844 (Tafel) und heute (Hintergrund). 60 Prozent fehlen bereits. ![]() Eintritt in die Eiszeit: 38 Kanada-Dollar Um dorthin hinaus zu gelangen, wird derzeit ein Obolus von 38 kanadischen Dollar (23,75 Euro) verlangt. Preiswert ist das nicht; angemessen schon. Denn damit versucht die Nationalpark-Behörde so viel wie möglich zum Erhalt der einzigartigen Gletscherlandschaft zu tun. Dennoch darf man sicher zwiegespalten sein, einerseits, weil man ja selbst zum Abtragen des Eises als einer von Millionen Touristen beiträgt, anderseits, weil das Geld durchaus seinen Zweck erfüllt. Nun ja. Entgehen lassen, war dann doch keine Option; also rauf auf den Athabasca-Gletscher des Columbia-Eisfelds. ![]() Kühlung mit zwei Ventilatoren: Blick durch die Bus-Frontscheibe bei der Auffahrt auf den Gletscher. Unsere Busfahrer waren Andy; ein junger Spaßvogel aus der Gegend; und Ron Savoie; das Gegenteil von Andy - ein alter Haudegen des Gletschers. Sein Humor ist sicher immer der gleiche; aber für alle immer wieder neu. Und so verriet Ron erstmal, dass er seine Fahrerlaubnis verloren hatte und jetzt nur noch auf dem Icefield fahren darf. Anderenfalls hätte er nur noch in der Küche stehen dürfen. Das wollte er dann doch nicht. Ron, der die riesigen, truckhaften Busse fährt, erzählt so gut wie alles über das Eisfeld, die Gletscher und ihren Rückgang, der wegen der Treibhausgase in den vergangenen acht Jahren besonders rasant fortgeschritten sein soll. Ron hat dafür eine Karte herumgereicht - mit einem Vorher-Nachher-Bildchen. ![]() Unser Monster-Bus für die Auffahrt auf das Icefield Ron erzählt auch viel über sein Arbeitsgerät; diesen Monsterbus, der Räder vom Stückpreis von 5000 Kanada-Dollar hat, dass eine Firma in Calgary die Gefährte produziert. Nach einer halben Stunde auf dem Eisfeld fahren wir zurück; bei Vollgas und sechstem Gang erreicht der Monster-Bus zwölf Stundenkilometer. Ron hat dafür extra sein Basecap um 180 Grad gedreht. Jetzt wird's rasant, sollte das heißen. Ronhat seinen Spaß mit der herzerfrischenden Selbst-Ironie. ![]() Scherzbold Ron, der Monsterbus-Fahrer, erläutert ganz ernst das Columbia Eisfeld anhand einer Grafik. Ich habe nur einen Dollar Kleingeld bei mir, gebe es Ron mit der Bemerkung, dass ich nur dieses "arme Kleingeld" als Tip für ihn habe. Er sagt, er wisse das sehr zu schätzen, "really". Andy, der den Zubringer-Bus zu der Abfahrtstation mit den Monster-Bussen fährt, berichtet später über eine kleine Holzhütte auf einer kleinen Wiese nahe des Gletschers, in welcher Ron wohne und er nächstes Jahr auch ein Fenster eingebaut bekäme. Ich sage Andy beim Aussteigen, dass ich nun wisse, wofür ich Ron das Trinkgeld gegeben habe, "als Starthilfe für das Fenster". Und ich gebe Andy einen Dollar für sein - "so hoffentlich" sage ich ihm - Feierabend-Bier. Schon Spaßvögel, diese Kanadier, diese Warum sie so drauf sind, hat uns gestern Frank, unser derzeitiger Gastgeber in Revelstoke, begründet. "Wir sind anders als die US-Amerikaner. Wir Kanadier wollen nicht die Welt regieren", klingt so plausibel wie einfach. ![]() Mächtige Eisplatte ![]() 5000 Kanada-Dollar pro Rad: zwei der mächtigen Gletscher-Busse. ![]() Oben angekommen: Sechs Monster-Busse kippen die Eiszeit-Kundschaft aus. ![]() Berührung mit der Eiszeit ![]() On the Rocks ![]() Bis hierher und nicht weiter ![]() Schmelze: Sonne und Eis ![]() Das Eis geht, Steine bleiben Fotos (14): cujau.de Montag, 18. August 2008Bärenfalle
Es war der Zweite in den jetzt zwei Wochen Kanada in den Rocky Mountains: ein Schwarzbär. Der suchte nach ein bisschen Nahrung im Unterholz eines Waldstücks am Icefild Parkway zwischen Jasper und Banff, der Wintersport-Einbahnstraße in den kanadischen Rocky Mountains.
Der Bär ließ sich gar nicht weiter stören bei seiner Suche und somit geduldig ablichten. Wir sind ihm in die Falle getappt. Er konnte sich präsentieren und tat das; beinahe majestetisch. Beinahe, weil seine Majestät der Rocky Mountains dann doch der größere Verwandte des Schwarzbären, der Grizzly ist. Den sollte man jedoch auch größerer Entfernung, wenn überhaupt, begegnen. Die vestehen keinen Spaß, die rennen nicht so beiläufig an einer Kamera vorbei. Die hätten ihren Spaß, aber mit uns. Wenig lustig also. Der Schwarzbär hier versteht vielleicht auch keinen Spaß; mit hat er aber mit seinem Auftritt auf der Szene einen bereitet und ich konnte ihn aufnehmen (Canon EOS 20D, Teleobjektiv 75 bis 300/hier voll ausgefahren, was einen Wert von 480 ergibt). Er war ungefähr 30 Meter entfernt. Coole Bärenfalle. ![]() Mein erster Bär. Mehr müssen es nicht werden. Foto: cujau.de Samstag, 16. August 2008Könige des UnfugsToll! "Spiegel Online" bietet uns zum Start der olympischen Leichtathletik-Wettkämpfe gleichmal die Liste der ihrer Meinung nach "Könige des Sprints" - "ausgewählte", wie sie behaupten, zumal. Dagegen wäre ja eigentlich nichts einzuwenden, wenn man völlig illusionsfrei damit umgeht, dass es der wohl verruchtetste Wettbewerb des Sports an sich ist. Wenn man das in seinen Enthusiasmus einbezieht, darf es ja spannend werden. Selbst "Spiegel Online" kommt mit Autor Gehard Pfeil unter der Überschrift "Allein auf dem Mond" in einer ersten Aufwärmrunde dieses olympischen Höhepunktes zu der Aussage, dass man es hier mehrheitlich mit Betrügern statt mit Heroen des Sports zu tun hat. Soweit die Ausgangslage. Und natürlich ist der 100-Meter-Lauf der Männer bei Olympia so etwas wie die Weihe der hohen Olympokraten. Der Olympokrativ sozusagen. ![]() "Könige des Dopings" Quelle: Spiegel.de/Webfoto: cujau.de Doch "Spiegel Onlne" liefert auch gleich den Tiefpunkt dieses Anlaufes selbst. Mit seiner erwähnten Liste der "Könige" dieses Laufes. Die ersten vier so genannten Könige sind dann auch überführte oder zumindest dopingbeleumundete Sprinter. Was also lässt den "Spiegel" dazu veranlassen, sie als "Könige" ihrer Sportart zu bezeichen. Zwar liefern sie die Auflösung mit dem entsprechenden Makel in der Grafik dazu. Nur: Mit dieser Erkenntnis gibt es gar keine "Könige" mehr. Im Klartext: Die Story wäre tot, es gäbe keine "Könige". Also holt man die Schmutzfinken hervor, welche zum Zeitpunkt ihrer Siege natürlich als unbescholten galten: Ben Johnson (1988 in Seoul im bislang größten Skandal der olympischen Geschichte einen Tag nach seinem Sieg über 100 Meter des Dopings mit anabolen Steroiden überführt und von den Spielen ausgeschlossen), Linford Christie, Maurice Greene, Tim Montegomery (in der Affäre um das Doping-Labor Balco geständig). Soweit auch der "Spiegel". Aber nochmal: Warum heißt die Liste dann "Könige des Sprints"? Sollte sie nicht vielmehr "Könige des Dopings" oder wenigstens "Könige des Doping-Sprints" lauten? Es kommt gar besser. Der nach dem 1988er-Rennen in Seoul annullierte Weltrekord von 9,79 Sekunden wird bei "Spiegel Online" gar als "Weltrekord" aufgeführt. Damit legitimieren sie nachträglich Johnsons Betrug. Beim Internationalen Leichtathletik-Weltverband IAAF wird Johnsons Zeit nicht als Weltrekord geführt. Dafür jene Zeit, die der 1988 Zweitplatzierte Carl Lewis mit 9,92 Sekunden erzielte, der auch die Goldmedaille für die 100 Meter von 1988 erhielt. Und damit zum dritten wundersamen Gedächtnisausfall bei "Spiegel Online". Der US-Läufer Carl Lewis, der nie offiziell - und auch nicht inoffiziell - des Dopings überführt worden ist, kommt unter den Königen des Sprints über haupt nicht vor; der Läufer, der zwischen 1980 und 1991 die fabelhaftesten Läufe wie Rekorde mitverantwortete als Läufer. Man darf sicher skeptisch auch bei ihm werden, weil Lewis in der Hochzeit des Dopings in den 80er Jahren groß geworden ist. Doch die Tatsache, dass er 1984 bei Olympia in Los Angeles die Leistung von Jesse Owens in Berlin 1936 mit vier Goldmedaillen in der Leichtathletik bei denselben Spielen in den gleichen Sportarten (100 m, 200 m, Weitsprung, 4x100-m-Staffel) wiederholte, dass er insgesamt neunmal Olympiasieger zwischen 1984 und 1996 zuvorderst auf Sprintdistanzen wurde legt den Schluss nahe, dass er zuallerserst als der König des Sprints genannt werden muss. Niemand sonst. Und schon gar keine überführten Betrüger, wie das "Spiegel Online" verbreitet. Aber wie gesagt, nach all den Erkenntnissen kann es keine "Könige des Sprints"-Liste geben und "Spiegel Online" müsste diese Aufstellung einfach zurückziehen. Damit erweist sich "Spiegel Online" allerhöchstens als "König des Unfugs". Freitag, 15. August 2008Ice Age Vol. 1Gletscher sind Zeugen der Eizeiten. Meine erste Eiszeit habe ich heute - im Sommer 2008 - erlebt - hier am Mount Edith Cavell; südlich von Jasper in Alberta, Kanada. Sicher gibt es spektakulärere Geltscher. Für mich war es der erste meines Lebens; mit Gletscherwasser-Trinken, mit Gletscherwasser-Handbaden. So albernes Zeug, welches manche Leute wie ich so machen, wenn man einem solchen Naturdenkmal in die Augen schaut. ![]() Mount Edith Cavell mit Engels-Gletscher (A) Quelle: GoogleMaps/Webfoto: cujau.de Denn Augen hat er; jedenfalls die Gletscherzunge, die zwischen dem seitlichen Hang des Mount Cavell (3364 Meter hoch) und dem Sorrow Peak daneben herunterreicht. Genannt wird er Engel-Gletscher. Wie mit ausgebreiteten Flügeln schwebt er unter dem Gipfel des Mount E. Cavell. Eiszeit-Zeugen gab's natürlich auch; wie ein Karibu, das seine Hufe augenscheinlich in einem Schneefeld minutenlang kühlte. Ice Age live. Man könnte jetzt noch viel über Klimawandel erzählen. Das gibt's später. Zunächst so viel: Gletscher schmelzen seit tausenden von Jahren vor sich her. ![]() Gletscher am Mount Edith Cavell ![]() Gletscher-See unter der Gletscherzunge. ![]() Gletscherzunge mit Gletschersee ![]() Engel und sein See ![]() Engel breitet seine Flügel ![]() Ice Age live Fotos (6): cujau.de Montag, 11. August 2008Brot und TulpenWer Nordamerika bereist hat, der weiß, die haben da ein gestörtes Verhältnis zu gutem Brot, zu gutem Kaffee - also zu den wichtigsten Frühstücksgrundnahrungsmitteln. Da ist Kanada so US-amerikanisch wie die USA selbst. Eine Insel gegen diese Ernährungsdefizite sind die deutschen Bäckereien. Eine davon gibt es in Lillooet, einem 4000-Einwohner-Kaff in Britisch Columbia nördlich von Whistler am Highway 99, durch das sich der Goldrausch zu den besten Gräberzeiten des vorvergangenen Jahrhunderts wälzte. 1986 kamen Elke und Axel Stermann hierher. Die Stermanns nahmen sich ein Holzhäuschen an der Hauptgeschäftsstraße in Lillooet und bauten ihre Bäckerei dort hinein. Seitdem gibt es da Schwarzbrot, Apfelstrudel, Zimtschnecken, Semmelbrötchen. All das Zeugs eben, das man in einer deutschen Bäckerei um die Ecke erwartet. Und hinter ihrem Tresen ist auch gleich zu lesen, weshalb sie da sind: "Wir sind hier, weil wir wollen, dass Sie immer gutes Brot und gute Brötchen haben." So einfach können die kleinen Wahrheiten sein. Den Tipp für diese Bäckerei gab Anneke van Vugt, bei man in Errington auf Vancouver Island in ihrem Cedar Song Bed & Breakfast wohlbehütet untergebracht und herzlich von der Niederländerin versorgt wird. Jedes Frühstück dort ist ein Ereignis; jeden Tag ein neues. Und sie selbst ist ein außergewöhnlicher Mensch. ![]() Anneke van Vugt, die perfekte Gastgeberin auf Vancouver Island Vor 18 Jahren kam sie mit ihrem Mann Ton nach Kanada. Ton baute in Errington für die beiden ein erstes Häuschen; alles mit eigenen Händen; 1990 mitten im Nirgendwo auf Vancouver Island. Bis dahin hatte Anneke als Zahntechnikerin, als Computerverkaufsfrau für IBM in Deutschland ("Ich hatte überhaupt keine Ahnung von Computern. Doch die brauchten jemanden, der den Kunden in den Geschäften die Dinger einfach erklären konnte. Ich konnte das.") und danach als Reiseleiterin gearbeitet. Als Ton vor sechs Jahren in einer Routine-Operation mehrere Schlaganfälle erlitt und Dank Annekes Beharrlichkeit lebt und ein wunderbarer und herzlicher Gesprächspartner ist, änderte sich ihr Leben von Grund auf. "Ich will trotzdem keinen Tag seitdem vermissen", sagt sie frohgelaunt. Genauso wenig, wie sie wieder nach Europa, in die Niederlande zurück möchte. "Da sind mir zu viele Menschen, es ist zu hektisch, zu laut." Sehnsucht spürt sie nur noch nach Kanada. ![]() Anneke's Cedar Song-Häuschen in Errington auf Vancouver Island Jetzt hat sie das zweite Jahr ihr eigenes, kleines Refugium für Touristen geöffnet. Und ihre allgegenwärtige ansteckende Lebensfreude schaut aus jedem Detail ihres Anwesens; gleich ob im Essen oder in den Zimmern ihres mittlerweile zweiten Hauses auf ihrem Grund. Nebenbei betreibt sie noch einen kleinen Reisedienst für Touren durch Kanada oder auf Kreuzfahrtschiffen. Anneke ist mit ihrem Ton ("Er ist mein Held") und ihrer betagten Hündin Katja eine Rose auf Vancouver Island und viele Tulpen zugleich. ![]() Katja, Annekes betagte Mischlings-Hündin Fotos (4): cujau.de Sonntag, 10. August 2008Doping-SpiegelWas zählen schon Medaillenspiegel in Zeiten des Dopings, der Cholera des Sports? Jeder Sieger steht unter Generalverdacht. Die Webseite "Sportspool.tv" geht keinen Verdächtigungen nach, sondern bietet Fakten in Zeiten Olympias - nicht den Medaillen-, sondern einen Dopingspiegel. Eines daran nur erscheint dann doch komisch: Warum spielen auch hier die Deutschen keine Rolle? Oder ist es deshalb nicht seltsam, weil sie auch im Medaillenspiegel ja nicht dabei sind. Am dritten Tag der Peking-Spiele gab es die erste Medaille für Schwarz-Rot-Gold - im Synchronspringen bei den Frauen vom 3-Meter-Brettchen: Ditte Kotzian und Heike Fischer. Da hatte China schon sechs Gold- und die USA schon insgesamt elf Medaillen geheimst. Ist der Medaillenspiegel dann doch ein Spiegel des Dopings und damit der eigentliche Dopingspiegel? Ist ja nur ne Frage. Freitag, 8. August 2008Abend reloaded
Auf Thilos Abend gibt's hier mal eine Antwort von mir - Abend reloaded in Errington zwischen Coombs und Parksville auf Vancouver Island, Britisch Columbia, Kanada.
![]() Sonnenuntergang über Vancouver Island in Kanada Foto: cujau.de ![]() Und wo war's? Hier war's - A. Webfoto: cujau.de/Quelle: Google Maps Freitag, 8. August 2008OlympiaEs ist Krieg in Georgien, und es ist Olympia in Peking. Beide passt wohl zu der ohnehin so gar nicht friedlichen Stimmung vor der Spiele-Eröffnung seit Wochen. Das Kontrastprogramm dazu läuft in einer anderen Stadt; einer anderen Olympiastadt - Vancouver im kanadischen Britisch Columbia an der Westküste des nordamerikansichen Kontinents. Hier gibt's dann Winter-Olympia in anderthalb Jahren und keine Internet-Zensur, keine Gängelung der Presse, keine Verfolgung von Andersdenkenden, keine Kommandosprache an den wichtigen Plätzen der Stadt, auch wenn hier die Ureinwohner - "First Nation" genannt - nur noch an zweiter Stelle zu sehen sind. Hierhin kann man entspannt reisen und die Stadt wie die Berge drumherum genießen. ![]() Olympia in Vancouver - noch anderthalb Jahre Anlauf ![]() Die Olympische Fahne vor dem Rathaus in Vancouver ![]() Totempfähle der First Nation im Stanley Park von Vancouver ![]() Downtown Vancouver Skyline von Süden aus gesehen mit den Begen von Whistler Mountain im Hintergrund ![]() Vancouver ist von Wasser umgeben; hier in einem Teil der Innenstadt zwischen Downtown und Granville Island ![]() Grüne Architektur von Vancouver - ein Baumhaus ![]() Blick von Nord-Vancouver auf Downtown Fotos: cujau.de Freitag, 1. August 2008KriegsmüdeEs gibt eine Webseite, die versucht, die Toten im Irak zu zählen. Das gelingt bei den US-Amerikanern ganz gut. Darüber haben sie durch das Verteidigungsministerium recht verlässliche Quellen. Und die besagen, dass der Juli 2008 der opferärmste für die US-Truppen seit dem Einmarsch im März 003 gewesen ist. 13 Tote unter den US-Soldaten im Juli. Die Spitze hält der November 2004 mit 137 Toten auf Seiten der US-Truppen. ![]() US-Tote im Irak im Juli 2008 Die Webseite "Icasualties.org" führt zudem die zivilien Opfer auf; welche allerdings recht unsicheren Quellen wie etwa Nachrichten aus dem Fernsehen oder dem Internet entspringen. Auch hier zeigt sich das gleiche: die wenigsten Opfer seit dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak: 409. Weniger gab es zwar in den ersten Monaten, weil da die Anschlagsziele weniger die Zivilsiten als vielmehr die feindlichen Soldaten waren. Doch das änderte sich mit dem vermeintlichen Sieg der US-Truppen und der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch eine neue Regierung in Bagdad. Der schlimmste Monat für Zivilisten war der Febraur 2007, als 3014 Einheimische, Iraker, bei Attacken verschiedenster Art starben; auch durch US-Soldaten. Hier wirken die Zahlen über US-Tote wie Peanuts; aber jeder Tote da ist zu viel. ![]() Zivile Opfer im Irak und Tote unter den irakischen Sicherheitskräften im Juli 2008 Webfotos (2): cujau.de Bedeutet das alles etwas für den Krieg? Im Grunde ja. Erfolge? Jeder Tote ist ein Misserfolg! Man ist anscheinend aber kriegsmüde geworden; nicht nur auf US-Seiten, sondern auch auf Seiten der asymetrischen Krieger im Irak, woher sie auch immer kommen mögen. Wird es friedlicher im Irak? Genau genommen kann das nur vor Ort beurteilt werden; nicht von hier aus, nicht von der heimischen Schreibtisch-Kante aus. Von hier aus muss der Anschein trügen. Dennoch besitzen die Zahlen eine Kraft; die Einschätzungskraft, dass die Sicherheitslage stabiler geworden ist. Das mag an der Regierung in Bagdad liegen, an deren Zusammenwirken mit den US-Truppen. Und dann könnte trotz heftigem Dementi der irakische Ministerpräsident Al-Maliki recht haben, als er in einem Interview im "Spiegel" vor zwei Wochen sagte, er könne sich einen schnellen Truppenabzug der Amerkikaner innerhalb von 16 Monaten vorstellen. Ihm wurde zum Verhängnis, dass genau das auch der demokratische Gegenspieler vom repulikanischen Präsdientschaftskandidaten John McCain, Barak Obama, zu seinem Wahlzielausgerufen hat. Al-Maliki musste seinen Worten entsagen; aus Raison gegenüber den USA. Denn vielleicht ist es ja so: Gerade weil die US-Soldaten weiter im Irak sind, ist die Lage ruhiger geworden. Das klingt unpopulär, gleichwohl logisch. Und somit müsste auch Obama seinen Worten entsagen; denen, aus dem Irak so schnell wie möglich abzuziehen. Freitag, 1. August 2008
Lebensgefährliche Wind-Energie Geschrieben von Cujau
in Der Tag um
10:17
Kommentare (2) Trackbacks (0) Lebensgefährliche Wind-Energie
Von wegen umweltfreundlich; vielmehr lebensgefährlich: Hier wird der Begriff Wind-Energie irgendwie etwas zu wörtlich umgesetzt. Dieser Tage irgendwo in Dänemark geschah das:
Da sollte man die dritte Regel in Krisensituationen befolgen - ducken! |
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