Sonntag, 20. Januar 2008
Schleicht die ARD weiter? Geschrieben von Cujau
in Vor der Glotze um
10:32
Kommentare (0) Trackbacks (0) Schleicht die ARD weiter?
Man hatte ja geglaubt, dass die ARD geläutert ist. Im Juni 2005 wurde bekannt, dass der öffentlich-rechtliche Gigant Schleichwerbung im großen Stil betreibt: Bei der Vorabend -Soap "Marienhof" soll das über zehn Jahre geschehen sein. Reiseunternehmen sind dort durch so genanntes "Product-Placemant" beworben worden. Bei regionalen Sportsendungen wie im WDR und MDR wurden Schmiergeldzahlungen aufgedeckt, damit bestimmte regionale Sportarten ins Programm gehiben werden. Die verantwortlichen Redakteure wurden damals rechtskräftig verurteilt.
Geläutert scheint man bei den ARD-Oberen nicht zu sein. Denn dieser Eindruck muss bei der jüngsten Sonnabend-Premium-Ausgabe der Tagesschau um 20 Uhr entstehen. Der erste Beitrag handelte davon, dass das Bundesland Bayern jetzt eigenmächtig so genannte "Online-Untersuchungen" vornimmt, obwohl ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes erst im Februar über die Rechtmäßigkeit fallen wird. Soweit der Inhalt des Beitrages. Die Redakteure der Tagesschau lieferten dafür verschiedene Bilder von Computern, Tataturen, Kabelverbindungen, externen Festplattengehäusen - alles nachsehbar in der Aufzeichung dieser Sendung. Doch darin erscheint auch folgendes Bild: Man googlelt also bei der Tagesschau zum Begriff Online-Untersuchungen. Das allein muss nicht verwerflich sein; zeigt nur deren recht dünne Recherhce-Methode. Doch warum muss man das im Bild zeigen. Google ist ein Internet-Unternehmen, das weltweit Milliarden Euro damit verdient, dass Leute auf ihrer Webseite durch Begriffseingabe Antworten dazu finden. Geld verdient Google damit, dass die werbetreibende Wirtschaft Werbung auf Google schaltet, die direkt zum gesuchten Begriff passt. Jetzt macht also die Tagesschau, das journalistische Flagschiff der ARD, Werbung für Google; etwas anderes ist dieses Placement nicht. Trotz der Tatsache, dass das Logo nicht vollständig zu sehen ist, kann zweifelsfrei Google deshalb identifiziert werden, weil auf der Schaltfläche unter dem Suchfenster "Google-Suche" steht. Im Übrigen lässt sich der Google-Schriftzug über dem Suchfenster auch erkennen. Ist das jetzt Schleichwerbung? Ja, das ist es. Denn es gibt natürlich auch andere Suchmaschinen im Internet, die auf Kundschaft, also Internetnutzer angewiesen sind, um damit Geld zu verdienen. Muss es uns interessieren, dass hier ein neuer Fall der Schleichwerbung auftritt? Ja. Denn es geht um unser, um des Gebührenzahlers, Geld. Überdies kann es nicht Aufgabe der ARD-Tagesschau (Marktanteil: 22,3 Prozent bei 6,5 Millionen Zuschauern/Quelle: rtv.de) sein, Google bei einer Online-Recherche zu bevorteilen. Genau das aber ist geschehen, und sechseinhalb Millionen durften das ansehen. Google wirds gefreut haben. Hierbei geht es nicht darum, dass beiläufig in einem Nachrichtenbeitrag ein Firmenlogo eingeblendet wird wie bei einer vorbeifahrenden Mercedes-Limousine mit dem Stern auf dem Kühler, der unvermeidlich mal ins Bild rutschen kann. Im betreffenden Tagesschau-Film verharrt die Kamera sekundenlang (von Minute 01:39 bis 01:46 - also sieben Sekunden). Deshalb muss der Verdacht der Schleichwerbung aufkommen; wie bei den Produkteinblendungen, wegen derer die ARD bereits in juristische Schieflage geraten war; ob bei der Vorabend-Soap wegen des L'tur-Slogans "Nix wie weg" oder einer Joghurt-Marke in einem Tatort. Warum also zeigt uns die Tagesschau Google? Warum recherchiert sie so? Es trägt kaum zur Aufklärung des Falles Online-Untersuchungen in Bayern bei, eher zur Irritation. Denn bei Google gibt es kaum erhellende Belege und sicher keine Beweise. Wird so bei der Tagesschau auch sonst recherchiert? Man wird somit den Verdacht nicht los, dass die ARD weiterhin werbeschleicht. Donnerstag, 17. Januar 2008Affäre ARD
Jetzt ist sie also da: die ARD-Affäre. Nach der vermeintlichen Dopingaffäre um deutsche Biathleten musste der Sender am Nachmittag von seiner eigenen Position abrücken. Tenor: Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse über gedopte deutsche Biathleten. Spiegel Online berichtet über den großen Rückzug der Anstalt. Aus dem Dopingfall ist ein Fall ARD geworden, wie ich bereits zuvor vermutet und geschrieben habe.
Von Anfang an stand das Argumentationsgerüst auf tönernen Füßen; recht schnell ist es zusammengebrochen. Allerdings gibt es weiterhin Fragen, die nicht beantwortet sind. Warum deutet der Leiter des Wiener Institus Humanplasma, das beschuldigt wird, außerhalb der regulären Öffnungszeiten Kunden aus der Sportwelt zu bedienen, daraufhin, dass die Antworten in Minsk auf alle Fragen zu finden seien. Dieser Mensch weiß also doch mehr als er sagen möchte. Und warum ausgerechnet er, wenn sein Institut doch so gar nichts mit der Affäre um Sportler, die sich bei ihm mit Frischblut versorgen, zu tun haben will? Da wird noch viel zu klären sein. Donnerstag, 17. Januar 2008
Wiener Blut geleckt Geschrieben von Cujau
in An der Seitenlinie um
08:57
Kommentare (0) Trackback (1) Wiener Blut geleckt
Erfolg macht verdächtig; besonders in dopingverseuchten Zeiten. Deutsche Biathleten sind seit Jahren und auch in diesem Winter äußerst erfolgreich. Jetzt will die ARD herausgefunden haben, dass bis zu Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) in einem Wiener Institut ihr eigenes Blut in der Wiener Blutbank Human Plasma hinterlegt hatten. Von 20 bis 30 Athleten war die Rede. Hat die ARD Wiener Blut geleckt?
Der Vorwurf: In einer Reportage hatte der ARD-eigene Doping-Reporter Hajo Seppelt entsprechende Informationen verbreitet. Das muss deshalb als besonders gravierend gelten, weil es überwiegend Biathleten betreffen soll und die ARD ein Sponsor der Winterzweikämpfer ist. Hier bahnt sich also ähnlich wie bei der Tour de France ein medialer Interessenkonflikt an. Denn auch für die Frankreich-Rundfahrt war dei ARD bis voriges Jahr ein so geannter Topsponsor, bis bekannt wurde, wie flächendeckend im Starterfeld der großen Schleife durch Frankreich gedopt wurde. Plötzlich war die Fernsehanstalt aus den Übertragungen ausgestiegen und wechselte die Seite. Nun wurden eifrig Berichte über Dopingpraktiken neben die Radsportreportagen gestellt. Man wollte das Image eines unabhänig tätigen Senders zurückgewinnen. Gab es je solch ein Ansehen? Eigenblutdoping ist laut Richtlinien der Welt-Antidopingagentur mit Doping gleichzusetzen und wird deshalb durch das Internationalen Olympische Komitee so scharft sanktioniert wie Doping mit Mitteln wie EPO oder Amphetaminen. Beimn Eigenblutdoping wird eigenes, durch Höhentraining sauerstoffangereichertes Blut dem Sportler literweise abgezapft, hinterlegt und im Bedarfsfall dem Sportler dann wieder zugeführt, wenn er vor Wettkämpfen steht. Die ARD spielt mit dem Zuschauer. Das legt die jüngste Aktion nahe. Denn einen Tag nach Seppelts vermeintlichen Enthüllungen, rudert man bei der ARD teilweise zurück. Für einzelne Sportler seien, sagt ARD-Programmdirektor Günter Struwe, die Dopingvorwürfe nicht belegt. Was im Umkehrschluss bedeutet, man nimmt den Skiverband unter Generalverdacht und die Sportler in Kollektivhaft. Hier endet jedoch glaubwürdiger Journalismus. Überdies ist verwunderlich, weshalb sich ein Programmdirektor so detailliert über ein recht komplexes Thema äußern kann. Sein Einblick in die Unterlagen dürfte nur oberflächlichen Charakter haben. Gleichwohl: Seppelt, der als freier Autor für die ARD in Sachen Soping tätig ist, begründet seine Geheimhaltung von Namen damit, Russen- und Ukrainer-Mafia zögen im Hintergrund die Fäden. Seppelt sagt, es gehe um Informantenschutz. Wo aber bleibt der Schutz für die Betroffenen, der ihnen genauso zusteht, bis gesicherte und verifizierbare Inforamtionen vorliegen? Man wird den Verdacht nicht los, dass die ARD sich im thema Doping ereifert. Jahrelang haben sie das Thema totgeschwiegen, jetzt wollen sie plötzlich die Speerspitze einer Aufklärungsmasachinerie werden. Das Problem ist nun, dass eine Maschinerie in Gang gekommen und an einer Stelle angelangt ist, an welcher die Beweislage populistisch umgekehrt wird. Nun müssen die Sportler beweisen, dass sie sauber sind. Es geht gar nicht darum, hier die Biathleten frei zu sprechen. Gibt es Belege für Doping, dann sollen sie auch bestraft werden. Doch solange das Gegenteil nicht beweisbar ist, sind sie unschuldig. Das gebietet dieser Rechtsstaat und gleichsam die journalistische Ethik. Wenn selbst Seppelt jetzt eingestehen muss, "der DSV steht momentan nicht im Verdacht, aktiv Blutdoping unterstützt zu haben, geschweige denn, Athleten selbst nach Wien geschickt zu haben", muss die Frage erlaubt sein: Wer dann? Und solange diese Frage ungeklärt bleibt, dürfen keine nebulösen Generalverdächtigungen verbreitet werden. Anderenfalls, also bereits jetzt, wird die ARD zum Gegenstand der Berichterstattung, wie etwa bei der Netzeitung. Und das wäre der Wiederholungsfall nach der Tour de France. Die ARD will - anders als vorigen Sommer bei der Tour de France - die Übertragungen vom Biathlon nicht einstellen, sondern heute vom Biathlon-Weltcup im italienischen Antholtz berichten. In den vergangenen Jahren war Biathlon die Wintersportart mit den höchsten Einschaltquoten. Hier geht es nicht darum, zu ignorieren, dass es ein weltweites, kriminelles Netzwerk gibt, das mit Doping Millionen verdient. Einer der vernetzwerkten Täter, der Blutdoping betreibt, wurde im Sommer 2006 in Spanien mit dem spanischen Arzt Eupemiano Fuentes enttarnt. Bei ihm wurden umfangreichen Listen mit zahlenden Kunden aus der Sportszene entdeckt. An derUniversität Freiburg wurden zwei Ärzte entlassen, die das deutsche Radsportteam Telekom medizinisch beaufsichtigt mit Dopingmitteln versorgt hat. Sowohl das deutsche als auch das österreichische Bundeskriminalamt ermitteln gegen die Dopingnetzwerke. Nur, solange selbst diese Ermittler keine gesicherten Erkenntnisse haben, können sie niemanden festnehmen. Ein österreichischer Ermittler bestätigte vielmehr, es könne zu deutschen Athleten keine Auskünfte geben. Das lässt Spielräume für Interpretationen; jedoch in beide Richtungen. Der Deutsche Skiverband hat Strafanzeige gegen die ARD gestellt. Mittwoch, 16. Januar 2008Blogger und Journalisten
Zwei Begriffe, zwei Gruppen, die sich gegenseitig eigentlich ausschließen. So wie Gut und Böse, Arm und Reich, Schwarz und Weiß?
Man muss diesen Eindruck gewinnen. Schwarzweißmalerei dominiert noch immer der Verhältnis, das so leicht kaum unentspannter werden wird. Da saßen sich also, so schreibt heute die "Berliner Zeitung" auf ihrer Medienseite, am Dienstagabend in der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin Journalisten und Blogger gegenüber. Wie bei Abrüstungsverhandlungen der Supermächte. Genauso. Denn niemand scheint von seinen Positionen abrücken zu wollen; niemand will seine Argumente an der Realität gemessen wissen und abrüsten. Da kommt der Vorwurf der Journalisten an die Blogger, diese verbreiteten "unkontrolliert Informationen"; ungeprüft soll das heißen. Nur: Eine Information ist eine Information ist eine Information; ohne Ansehen der Information. Zudem passiert das jeden Tag in den Redaktionsstuben; man verwendet Informationen der Nachrichtenagenturen meist ungeprüft, weil man in den Redaktionen davon ausgeht, das muss ja stimmen, wenn eine Agentur das verbreitet. Nur: Auch in Nachrichtenagenturen arbeiten auch nur Menschen; und wo Menschen sind, sind Fehler. Gut. Journalisten sehen sich noch immer als die besseren Informationsverabreiter im Vergleich zu Bloggern. Anderenfalls gäbe es den Vorwurf des Intendanten der "Deutschen Welle", Erik Bettermann, nicht, wonach er behauptet, durch Blogs gerieten Informationen "außer Kontrolle". Will er zensieren? Oder fühlt er sich zugemüllt durch Blogs? Den Informations-Overkill gab es längst ohne Blogs. Komisch, dass gerade dieser Intendant dann darauf reflektiert, dass sich seine Journalisten über Weblogs aus Krisengebieten wie Burma informierten. "Selbst wenn nicht geprüft werden könne, ob die Autoren dieser Blogs die tatsächliche Lage in dem Land beschreiben würden." Oha, da werden dann plötzlich doch alle heren Gesetze des Journalismus über geprüfte Informationen auf den Opfertisch der Investigation gelegt, nur um eine Story allein zu haben. Andere wiederum, wie ein Medienwissenschaftler, fordern "Regeln für das Internet". Da dieses kein "illegaler Raum" sei. Ist diesem Menschen bekannt, dass bestehende Gesetze allumfassend, allgemein anwendbar sind; also auch auf Verstöße im Internet. Volksverhetzung, Falschaussagen, Veröffentlichung von Daten oder Fotos von Menschen ohne Bezug zur Zeitgeschichte dürfen nicht ohne deren Einverständnis geschehen - also auch nicht im Internet. Zu Wort kommt im Beitrag der "Berliner" als Blogger ein Vertreter aus Singapur, der gegen dort geltendes Gesetz verstößt, weil er gegen die Zensur des Stadtstaates agiert. Fein. Ein Exot. Der darf reden. Fein. Alles, was er sagt, kann man unterschreiben. Für Journalisten sind solche Beispielgeber deshlab interessant, weil sie durch ihren persönlichen Hintergrund, auf Grund ihrer Herkunft eine Story, eine Geschichte an sich sind. Da kommt der Journalist in den Journalisten durch. Doch was hat das mit den Blogger dieser Welt gemein? Wenig. Sie berichten aus ihrem Leben, von ihren Überzeugungen, von ihren Wünschen. Dass dabei schöne, traurige, spannende, neue Geschichten entstehen, ängstigt den klassischen Journalismus. Ich muss als Blogger meine eigenen Erlebnisse nicht nachrecherchieren, sie existieren. Ein Foto ist ein Zeitdokument, ein statistische Beleg für ein Geschehen, für eine Situation. Also darf es gebloggt werden. Immer mehr Journalisten betreiben selbst einen Weblog; so wie Spiegel-Autor Hendryk M. Broder, Medienjournalist Stefan Niggemeier, der Autor Thilo Baum, der Sportjournalist und Buchautor Jens Weinreich. Sie betrachten ihre Blogs nicht als Spielwiese außerhalb der Regeln und Gesetze, sondern sie wissen genau, was sie anrichten, wenn sie in ihren Blogs veröffentlichen. Auch mit allen justiziablen Konsequenzen. Genau das scheinen die so genannten klassischen Journalisten kaum zu reflektieren. Ihre Angst besteht im eigenen Versagen. Nur: Was können die Blogger dafür? Mittwoch, 9. Januar 2008Oh D-Mobil!
Mein Mobilfunkunternehmen von der Deutschland-Mobil-Firma D-Mobil* hat mich heute angerufen. Es sei sehr wichtig.
Wichtig, dachte ich. Für wen? Wohl kaum für mich. Ich hatte keine Lust und sagte, ich hätte jetzt keine Zeit, man solle später nochmal anrufen. Das tat man dann auch; diesmal eine andere Stimme. "Sie haben bei uns ja den Tarif 1000 Relax. Das ist schon ein sehr guter Vertrag." "Ja, danke, dass Sie mich daran erinnern. Worum geht es?" "Wir können Ihnen ein sehr gutes Angebot machen. Es geht um einen Vertrag mit SMS. Normalerweise zahlen Sie ja 19 Cent pro Minute. Wir können Ihnen ein Angebot machen, da zahlen Sie nur 10 Cent." Aha, man will mir ein Angebot machen, für das ich weniger als bisher bezahle. SMS sind in meinem Tarif mit den freien 1000 Minuten im Monat nicht enthalten. Ich zahle also pro SMS extra. Was für mich kein Problem ist, da ich kein SMS-Junkie bin. Die D-Mobil-Stimme sprach weiter: "Statt der 28 Euro 50 kostet Sie das Angebot jetzt nur 15 Euro pro Monat." 15 Euro allein für SMS-Verschicken. Was glaubt man bei der D-Mobil, wie ich so meine Freizeit gestalte und wofür ich ich mein Geld vergeude, habe ich doch monatlich 1000 Minuten, um mit anderen in Kontakt zu treten. Also antwortete ich: "Ich glaube, dass ich Ihr Angebot nicht benötige." "Warum das? Normalerweise erscheinen Sie bei uns nur, wenn Sie die Häufigkeit für dieses Tarfimodell auch erreichen. Wie viele SMS schreiben Sie denn so pro Tag?" Pro Tag? Da müssen die sich irgendwie bei der D-Mobil verrechnet haben. Ich erkläre der D-Mobil-Stimme, dass ich der den letzten Tagen überhaupt keine SMS geschrieben habe. Zuletzt hatte ich Neujahrsgrüße am 1. Januar versendet; gut, zugegeben, mehr SMS als üblich an diesem Tag. Doch längst nicht so viele, dass der Cujau-Alarm-Button bei der D-Mobil rot aufgeleuchtet haben kann. "Ich weiß nicht wie viele SMS ich pro Tag, geschweige denn pro Monat schreibe." "Hm. Wirklich nicht?", fragt D-Mobil. "Wirklich nicht." "Na so ungefähr." "Ich kann es Ihnen nicht mal so ungefähr sagen, da ich viel zu selten SMS schreibe. Vielleicht um die 20." "Was, so wenig? Also unser Angebot wäre für Sie von Belang, wenn Sie ab 70 SMS pro Monat schreiben." Kann D-Mobil nicht rechnen? 70 SMS würden mich momentan bei 19 Cent keine 15 Euro kosten; genau wären es 13 Euro 30. Bei deren Angebot von 15 statt 28,50 Euro könnte ich also 150 SMS schreiben. Fein. Mach ich aber nicht. Das sollten sie bei D-Mobil wissen, wenn sie behaupten, sie würden mir auf Grund der Faktenlage ein solches Angebot unterbreiten. Ich müsste also nach deren Aktenlage ein Hardcore-SMSler sein. Ich habe seit März 2005 ein Sony Ericsson 910i, ein so genanntes PDA-Business-Handy mit einem Zusatzspeicher. Der hat alle SMS, die ich je geschrieben habe, gespeichert und gezählt. Es sind seitdem 833 SMS in 34 Monaten geworden. Was bedeutet, dass ich pro Monat auf durchschnittlich 24,5 komme. Also nicht mal eine pro Tag im Schnitt. D-Mobil betreibt demnach Marketing am Telefon, obwohl sie das laut Gesetzeslage gar nicht dürfen; und dann auch noch auf der Grundlage falscher Zahlen. Die D-Mobil-Stimme einigt sich mit mir, dass wir das Gespräch beenden. * Name wurde geändert; der richtige ist dem Autor bekannt. Dienstag, 8. Januar 2008Schnapstag 2222
So ganz nebenbei ist der heutige Tag ein Schnapstag - Prost. Wie uns das Internationale Olympische Komitee, IOC, auf seiner Webseite mitteilt, sind es von heute an noch 2222 Tage, bis die Olympischen Winterspiele des Jahres 2014 im russischen Sotschi beginnen.
Da sage noch einer was gegen die Olympiers, die hoffentlich richtig gerechnet haben; also mit dem gegenwärtigen Schaltjahr und künftigen eingerechnet. Die Sotschi-Spiele, die die Schwarzmeerstadt wohl dem omnipotenten Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verdanken hat, beginnen am 7. Februar 2014. Enden werden sie am 23. Februar desselben Jahres. Nun kann jeder selbst nachzählen oder den Datumsrechner bemühen. Dort das heutige Datum eingeben und als Zieltag den 7. Februar. Den Rest erledigt der nette Hochgeschwindiskeitstrottel und kommt tatsächlich auf 2222 - mit 8. Januar 2008 bis 7. Februar 2014. Montag, 7. Januar 2008Mein 1. Brot
Ich habe mein erstes Brot gebacken. Zugegeben, es war eine Supermarktmehlmischung mit allen Ingredienzen, die man fürs Backen braucht; zwei verschiedene Mehlsorten, Hefe, ein Teil Sauerteig.
Der Rest war dann ein Kinderspiel: Mehl (500 g) in eine Schüssel geben 340 ml Wasser drauf (Menge stand so in der Anleitung) durchmixen bis alles eine schöne Masse ergibt wer's mag, verschiedene Körner oder Nüsse hinzugeben dann zu einem kleinen Klumpem formen und ruhen lassen nach 30 Minuten Ruhe kraftvoll durchkneten und wieder ruhen lassen nach erneuten 30 Minuten einen Laib formen, kleine Risse reinschneiden und für 60 Minuten bei 180 Grad in den Ofen schieben. Heraus kommt folgendes: Montag, 7. Januar 2008 |
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