Ein erster Versuch fiel bei den Lesern durch. Die "Berliner Zeitung" hatte im Februar eine Sonntagsausgabe hergestellt. Von den Test-Lesern gab es viel Kritik. Man lehnte das Blatt rundweg ab. Es sei wenig tiefgründig und für eine Sonntagszeitung zu dünn. Nun gab es die zweite Ausgabe.
Am Sonnabend musste die Redaktion erneut antreten. Diesmal legte man eine Zeitung im sogenannten Tabloid-Format vor; 96 Seiten dick. In diesem Format, das vermittelt der Anschein, soll Volumen vorgetäuscht werden.
Noch fehlt ein Urteil der Leser. Diesmal sollen andere als beim ersten mal das Blatt bewerten. Ein erstes urteil kommt von Mitarbeitern des hauses. Einer fand, dass zu viele Anzeigen den Eindruck erheblich mindern. "Wir sehen wie eine Anzeigenzeitung aus." Dabei wollte die "Berliner" immer wie ein Qualitätsblatt daherkommen.
Die erste Ausgabe war auch intern hart kritisiert worden. Sie fiel bei den Chefs genauso wie bei den Lesern durch. Konzipiert wurde sie vom Chef des Wochenend-Magazins.
Immerhin wäre sie in Berlin die erste Sonntagszeitung im neuen, handlichen Format. welches sich bislang nurt die Welt erlaubt; nicht jedoch mit ihrer Sonntagsausgabe. In der Branche wird vermehrt über den Wechsel zur Handlichkeit nachgedacht. Die Idee kommt aus England und hate dort nach mehrerne Jahren durchschlagenden Erfolg gezeigtigt. In Deutshcland wird Ende Mai die "Frankfurter Rundschau" im Tabloid-Format erscheinen. Sie könnte damit einen neuen Trned zementeiren. Denn die Welt erscheint nach wie vor in beiden Formaten; als großes Blatt wie als Fast-Food-Gazette.
Immerhin: Die "Berliner" könnte die erste Sonntagszeitung in diesem Format werden. Allerdings wird ihr Start nicht vor dem Herbst erwartet. Nur so viel: zu verhindern sein wird die Sonntagsausgabe der Berliner nicht mehr. Invester David Montgomery äußerte jüngst, er wolle Berlin zur Zentrale eines neuen Zeitungsimperiums entwickeln; mit der "Berliner" als Flagschiff. Eine Sonntagszeitung ist sein erster Coup und wäre ein nötiges Zwischenergebnis auf dem Weg dorthin.