Das Adolf-Grimme-Institut vergibt seit acht Jahren auch einen Online-Preis in vier Kategorien. Aus 1900 Kandidaten wurden jetzt 17 Webseiten von
dieser Jury für die Preise bei Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung und Spezial nominiert.
Unter ihnen sind etablierte Angebote wie die Mediathek des ZDF, Seiten von GEO oder der FAZ. Andere kommen mit neuen Inhalten wie graumarktinfo oder Kinderseiten für Reisen und Informationen.
Die erstaunlichste Webseite und sicher eine Perle ist jene von
Sandra Schadek. Die 36-Jährige leidet an ALS, einer tödlich verlaufenden Nervenkrankheit. Sie schreibt unter dem Motto Bertold Brechts "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren" über ihr Leben, über die Strapazen, die zunehmen werden, über ihren ganz normalen Alltag, der nie mehr so normal sein wird, wie vor der Diagnose. Ihre Webseite ist kein klassisches Blog, denn Kommentare können nicht hinterlassen werden. Man kann ihr jedoch E-Mails schreiben. Und ansonsten ihr Leben verfolgen. Das empfand das
Grimme-Institut für nominierungswürdig.
An den Nominierungen wird deutlich, dass das Grimme-Institut anders als in den Vorjahren den Blogs den Rücken zugekehrt hat. Unter den Nominierten gibt es kein klassisches Blog wie in den Vorjahren (Riesenmaschine, Spreeblick, Stefan Niggemeier). Ein wirkliche Begründung liefert man nicht; denn es sollte ja vor allem um Inhalte, nicht ausschließlich um die Form gehen. Und da gibt es weiterhin viele Perlen im Netz, unter denen es auch nominierungswürdige Angebote gibt. So empfindet sich das Afghanistan-Blog von Phoenix übergangen, nimmt's aber mit Humor, wie deren
Geschichte zeigt.