Momentan gibt es im Sport-Bereich der Tageszeitungen einiges Stühlerücken. Seit Anfang März hat die Berliner Zeitung keinen Ressortleiter mehr. Längst jedoch ist durchgedrungen, dass
Markus Lotter, ehemaliger Fußball-Bundesligaprofi des FC St. Pauli und Zweitligamann von Greuther Fürth, den Posten von Jens Weinreich übernehmen soll.
Weinreich hatte sich Ende Februar vom Chefsessel im Sport bei der Berliner verabschiedet und wirkt fortan als ein Autor für besondere Aufgaben, unter anderem mit Berichten und Vorberichten über die Olympischen Spiele in Peking.
Lotters Engagement könnte einen Paradigmen-Wechsel bei der "Berliner" und dessen Sportressort bedeuten, das unter Weinreich (seit 1996 bei der Berliner, von 2002 bis März 2008 Ressortchef Sport der Berliner, 2005 Wächterpreis der Tagespresse für die Berichte um Korruption bei der Leipziger Olympiabewerbung für 2012) wie auch seinem Vorgänger Klaus Hoeltzenbein - heute Süddeutsche Zeitung - wohltuend fern von Anbiederung an die Subjekte und Objekte der Berichterstattung sowie stets journalistisch distanziert eine gesellschaftspolitischen Ansatz in der Darstellung praktiziert hatte. Im Jahr 2005 hatte Weinreich das Sportnetzwerk gegründet - einen informellen Zusammenschluss kritischer Sportjournalisten. Wie die Ausrichtung des Sports bei der "Berliner" unter Lotter aussehen wird, muss man hingegen abwarten. Bislang war er Kolumnist und Berichterstatter für die Tageszeitung "Die Welt" und "
welt.de" über den FC Bayern München; also ein ausgesprochener Fußballfachmann. Noch wurde nicht bekannt, wer Lotters Stellvertreter werden wird, der ebenfalls ausgeschrieben worden war.
Hingegen hat die Suche nach einem
Sportressortchef bei der Mitteldeutschen Zeitung auch offiziell ein Ende. Man hat sich nach einem monatelangen Auswahlverfahren, das im vorigen August losging, für Christian Elsaeßer seit 1. April 2008 entschieden. Elsaeßer war bis dato Reporter der "Sport-Bild" im Motorsportbereich. Er berichtete zuletzt über die Formel 1,
wie man ihn hier mit dem Senkrechtstarter Lewis Hamilton aus Großbritannien sehen kann, also ganz vorn von der Polepostion aus.